gepaart mit Scharfsinn und Verschlagenheit gegeben.
„Darf ich auf keine Erhörung hoffen?" flehte Lecoq wieder.
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„Wie?" entschlüpfte es Aurelie in höchster Ueber- raschung.
Lecoq stürzte vor Erstaunen nieder und ergriff ihre Hand.
„Ja," rief er, „so mögen Sie denn Alles erfahren. Schon früher, als ich Sie noch als glückliche Verlobte meines Freundes sah, war ich Ihr wärmster Verehrer. Seit jenem Tage aber, wo mich ein trauriges Geschäft zu Ihnen führte, loderte die Gluth in meinem Busen auf, und ich begreife jetzt vollends nicht, wie der Chevalier, im Besitz eines solchen Juwels, sich von Sirenen verlocken lassen konnte."
„Schweigen Sie und schonen Sie mich," bat Aurelie. „Die Wunde ist zu frisch."
„Wohl wahr," entgegnete Karl seufzend, „und ich hätte wenigstens jetzt »och nicht von niir sprechen sollen; doch die Gefühle rissen mich hin. Darf ich auf keine Er- hörung hoffen?"
Aurelie erwiderte nichts, aber ihr Auge ruhte lange und nicht ohne Innigkeit auf den vor ihr Knieenden, welcher in damaliger Zeit für Einen der schönsten jungen Männer von Paris, wo nicht ganz Frankreich, gehalten wurde. Karls Gestalt, Gesicht und Stimme war so verführerisch, sein Auge glänzte so flehend, daß die ganze Erscheinung unwillkürlich zum Herzen sprach. Und indem Aurelie auf ihn schaute, gedachte sie zugleich, wie dieser junge Mann trotz seines zarten und weichen Aussehens, doch schon viele Proben von Entschlossenheit und Muth,

