sogleich nach Rougemont, um meinem Vater das Erlebte mitzutheilen und ihn ernstlich zu befragen. Ich fand ihn schwach, kränklich wie immer, er war erschüttert von Saint Etiennes Verschwinden, aber von dem Dasein einer Schwester wollte er nichts wissen; doch fielen Worte, die mich von der Existenz eines Geheimnisses fast überzeugten, und ich bin Willens, noch einen Versuch zu machen. — Jetzt rief mich die Sorge um meine Gattin zurück. — Heut bleibst Du auf Dreux mein Gast, und morgen reisen wir zusammen nach Paris zurück."
„Wohl, aber da ich diese Nacht in der Nähe solch eines Ehevalicrs zubringen soll, wie Dein vierfüßiger Freund hier, so ist wohl meine Neugier verzeihlich, wenn ich über diesen Nero Aufklärung wünsche. — Ich habe immer gehört, daß Du ihn von Deiner Wallfahrt nach Asien mitgebracht, in Ermanglung einer schönen Odaliske."
„Dieses edle Thier ist treuer und dankbarer als ein ganzer Harem voll Odaliske»," entgegnete Rongcmont, „und da wir eben traulich beisammensitzen, so will ich Dir erzählen, wie ich eigentlich zu dem Thiere kam. — Als Jüngling von siebzehn Jahren trieb mich der Erbfehler meiner Familie, die Abenteuersucht, von dem Gut meines Vaters fort, um mit einem alten ruhelosen Verwandten eine Reise in das Morgenland zu unternehmen, welches zu jener Zeit für Fremde die wenigsten Gefahren zu haben schien, da der König von Frankreich mit dem Sultan eben in freundlichere Beziehung getreten war. Wir reisten durch
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heimniß aus meiner Familie ruhte, welches mir verborgen blieb. Man kennt dergleichen. Was ich von den Abenteuern meines Vaters in früheren Jahren erfahren, machte mir es fest glaublich, daß am Ende die Voisin noch Recht haben könnte. Deshalb reiste ich nach jener Brandnacht

