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ein niedliches kleines Thier und thust mir leid, so will ich dich denn nicht eher todten und verspeisen, als bis du ungehorsam gewesen bist, so lange kannst du hier bei mir bleiben und mich be­dienen. Komm hier herein in mein Zimmer und räume gleich ein Bischen darin auf, damit mehr Platz wird, denn ich kann mich kaun; noch selbst darin herum drehen, viel weniger noch mit dir zusammen."

Mätzchen hüpfte ängstlich näher, taumelte aber fast wieder zurück, ein so abscheulicher Geruch kam ihm aus der Höhle des bösen Vogels entgegen. Und wie schrecklich sah es darin aus! Ein Haufen alter Knochen, halb abgenagt und halb verfault, lag da zwischen allerhand todtem Gewürm und verfaulten Wurzeln, man konnte kaum treten vor Unrath, und eine Menge böser In­sekten flogen ab und zu und umschwärmten diese gräulichen Reste. Mätzchen wollte voll Entsetzen davon fliegen, aber augenblicklich packte ihn die Eule mit ihren scharfen Klauen und drohte ihn zu tödten, wenn er noch einmal versuche, sich davon zu machen, oder Widerstand gegen das zu leisten, was sie verlange. Dabei schlang sie ihm ein dickes Stück Bast um das Beinchen, das sie innen in der Höhle befestigte, das aber lang genug war, um Mätzchen das Arbeiten und Hin- und Herflattern zu erlauben.

O das war doch zu entsetzlich! Mit welchem Jammer und mit welch bitterer Reue dachte Mätzchen jetzt an die liebe alte Jungfrau zurück, die es so gut mit ihm gemeint und die er so treulos verlassen! O die Strafe für seinen Undank traf ihn nun so unendlich hart und grausam!

Aber Großmutter Eule ließ ihm nicht viel Zeit zum Nach­grübeln, denn indem sie ihn mit ihrem krummen Schnabel vor­wärts stieß, gebot sie ihm, all die Knochen und den Unrath aus der Höhle zu beseitigen! Das war eine fürchterliche Arbeit und ächzend und stöhnend unterlag das arme kleine Thier fast den Beschwerden. Mit seinem feinen Schnabel mußte er die widerlichen Knochen und Wurzeln und Würmer packen, um sie hinaus zu werfen, und seine zarten Füßchen schoben dann weiter fort, was der Schnabel nicht allein fertig schaffen konnte. Dabei brachte ihn der Geruch fast um, Hunger und Durst quälten ihn