noch länger zu wünschen. Voll schmerzlicher Sehnsucht gedachte er nur seines verlassenen Wohnhauses bei der alten Freundin, und dahin zurück zu kehren, war sein innigster Wünsch und sein ein­zigstes Bestreben. Wer beschreibt deshalb sein Entzücken und sei­nen Jubel, als der ernsthaste Herr Dompfaff erklärte, er wolle ihm den Weg dahin zeigen, denn das Haus seines einstigen Herrn, des Meisters, der ihn einst in der Gesangskunst unterrichtete, stehe dicht neben dem der alten Jungfrau. Dieser Herr sei der Bruder jener Dame, und von ihm habe er jenes kunstfertige Lied gelernt, das er vorhin die Ehre gehabt habe, der Vogelgesellschaft vorzu­tragen.

Gleich am andern Morgen sagte Mätzchen seinen freundlichen Wirthen und Errettern Dank und Lebewohl, und dem Fluge des Dompfaffen folgend, erreichte er schnell und glücklich das Fenster seiner geliebten Herrin, das diese seit seiner Flucht nie wieder ge­schloffen hatte, damit er jederzeit wieder zu ihr herein kommen konnte.

Die Scene des Wiedersehens zwischen der lieben alten Jung­frau aber und ihrem kleinen geliebten Freunde in ihrer ganzen ent­zückenden Wonne zu beschreiben, dazu ist unsere Feder zu schwach und unfähig. Nur so viel diene zur Nachricht, daß es unserm lieben Mätzchen nie wieder in den Sinn kam, sich nach größerer Freiheit zu sehnen, als er bei seiner Freundin genoß, und ein größeres, unbekanntes Glück zu erstreben, statt sich mit dem gege­benen kleineren zu begnügen.

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verruchten Feindin. Herr Rothkehlchen konnte diese Befreiung am Besten herbeiführen, da er im Hause des Försters im Walde aus- und einging, um daselbst die Fliegen wegzufangen, und gerade zu rechter Zeit sei derselbe denn mit seiner Flinte angelangt, um sie Alle von der bösen Großmutter Eule zu erlösen.

Mätzchen war so erschüttert von diesem plötzlichen Wechsel, daß er ängstlich zitternd auf einem Zweige saß, und an seine Be­freiung noch gar nicht glauben konnte. Frau Nachtigall aber nahm ihn nun mit sich in ihre Familie, und bat ihn, auch ferner unter ihnen zu bleiben. Mätzchen hatte jedoch jetzt die so ersehnte Frei­heit mit ihren Schattenseiten zur Genüge kennen gelernt, um sie