Lassen wir endlich das Streiten, das uns zu Nichts führt," rief jetzt der Mittelfinger.Wir wollen lieber etwas Nützliches thun und dadurch beweisen, wer von uns der Geschickteste ist. Ich will euch einen Vorschlag machen," fuhr er fort,der mir schon lange im Sinn liegt. Der kleine Knabe, an dessen Hand

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wurden die Augenlieder, immer schlaffer die spielenden Finger und endlich schloffen sich die hellen Augen zu ruhigem Schlummer und süßen Träumen.

Kaum aber war der kleine Johannes eingeschlafen, so ver­breitete sich ein leises Flüstern in der Kammer und wurde immer lauter und vernehmlicher. Das ging von den Fingern des Kin­des aus, die so eben die hübschen Verse gelernt hatten und jetzt in eifrigem Gespräche begriffen waren.

Ich bin der Daumen, so fängt das Lied an," sagte der lauteste Sprecher,das heißt, ich bin der beste Finger, bilde den Anfang und die Stütze der Hand und diene ihr als nützlichstes Werkzeug!"

Oho!" rief der Zeigefinger,bin ich etwa weniger nützlich als du? Zeige ich nicht den Menschen, welchen Weg sie gehen und was sie thun sollen? Führe ich nicht mit dir im Verein Feder und Nadel und gebraucht man uns nicht Beide zum Geld- zählen?"

Ruhe!" gebot der Mittelfinger,laßt euer Streiten, das Haupt und die Stütze der Hand bin ich, denn ich rage durch meine Länge über euch Alle hinweg und folglich beherrsche ich euch!"

Nun wenn ich auch nicht solcher Riese bin wie du," rief der Goldfinger,so wird mir doch der größte Vorzug unter euch zu Theil, denn ich trage die goldnen Ringe, den Schmuck der Hand und vor Allem umschließt mich das theure Band, das den Menschen an ein anderes geliebtes Wesen kettet."

Mag sein!" sagte der kleine Finger,aber alle Welt weiß, daß ich der Gescheidteste von euch bin, denn Jeder spricht: Das hat mir mein kleiner Finger gesagt! Und Klugheit ist in der Welt doch das Meiste werth, drum laffe ich mir von euch meinen Ruhm nicht schmälern!"