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der guten Wittwe sehr trübte, ertönte plötzlich vom Flügel her ein voller schöner Accord, und die jubelnde Stimme des kleinen Johannes. — Bestürzt über die Dreistigkeit ihres Knaben, der sich unbemerkt nach dem Flügel des Lehrers geschlichen hatte, sprang die Mutter hin und zog ihn zürnend davon fort. „Ach Mutter," rief da der Knabe, „sei nicht böse, ich habe mir ja nur den Schluß gesucht, den der Junge dort vergesien hatte." —
Dabei zeigte er auf einen Schüler, welcher vom Clavier aufgestanden war, als die Wittwe in das Zimnier trat, und der mitten in den unaufgelösten Accorden einer Sonate sich unterbrochen hatte. —
Freundlich trat jetzt der überraschte Lehrer zu Johannes, nahm das Kind auf seine Knie, strich ihm die dunklen Locken aus dem glühenden Gesichtchen, und sagte: „Willst du auf dem großen Clavier dort spielen lernen, mein kleiner Bursche, so komme alle Tage zu mir, und ich will dir nie verbieten, darauf zu spielen, so viel du Lust hast." Jauchzend sprang der Kleine zu seiner Mutter, und diese dankte dem guten Lehrer mit warmem Herzen für so viel Freundlichkeit.
Jetzt ging für unsern Johannes ein ganz neues Leben auf, denn unter der Führung des geschickten Meisters entwickelte sich das Talent des Knaben mit wunderbarer Schnelligkeit. Täglich war er bei seinem Lehrer und wurde bald dessen liebster Schüler, der zu den schönsten Hoffnungen berechtigte.
O wie fleißig arbeiteten jetzt die geschickten Finger des Kleinen, und wie jubelten sie den lieben alten Händen der Mutter entgegen, wenn sie am Abend traulich in einander geschlungen wurden. Auch diese konnten kaum genug erzählen, wie schön ihr Fleiß sich belohnte, und so trennten sie sich frohen Muthes, nachdem sie sich gegenseitig zu immer größerem Eifer aufmunterten.
Bei solch' regem Fleiße und unverdrossener Arbeit vergingen die Tage schnell, und reihten sich zu Wochen und Jahren an einander. Die Finger der guten Wittwe hatten ein hübsches Sümmchen Geld zusammen gebracht, und die des Knaben schufen aus ihrem kleinen Herren einen sehr tüchtigen jungen Künstler, welcher der Stolz seines braven Lehrers geworden war. Dieser liebte

