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Hausmädchen, welche Frühstück holten, sowie niedergetretene Pan­toffeln dienstthuender Lehrjungen. Einige Stunden darauf kamen lustige Kindcrfüßchen, die zur Schule auszogen, dazwischen Kreuz­bänderschuhe oder bescheidne Sticfelchen der Nütherinnen und Bürgertöchter, so wie blank gewichste Fußbekleidungen junger Stu­denten und Kaufleute. Um die Mittagsstunde sah er viel elegantes Schuhwerk, das gemächlich zur Promenade ging, und wohl vornehmen Leuten angehörte, denn feine Schuhe und saubre Hand­schuhe sind bekanntlich das beste Zeichen der wahren Eleganz. So brachte der ganze Tag seine stets wiederkehrenden Erscheinun- den vor das Fenslcrchen des Schusters in der Kellerwohnung, der sie als gute Bekannte stets freundlich begrüßte.

Vorzüglich hatte dieser ein paar kleine hübsche Füßchen in sein Herz geschloffen, für welche er selbst vor kurzer Zeit niedliche Schuhe von braun und goldgesprenkcltem Leder mit schmalen Sohlen und zierlichen Kreuzbändern gearbeitet hatte. Wie be­hend trippelten die hübschen Schühchen über das Straßenpflaster, wie zwei Goldkäfer leuchteten sie dem Meister schon von Weitem in das Fenster, und waren dessen größte Freude. Sie mußten stets sehr eilig sein, die kleinen Füße, denn immer kamen sie in hastigem Geschäftsschritt vorüber; ihr tägliches Ziel war der Laden einer schräg gegenüber wohnenden Putzmacherin, und schauen wir dort zu der großen Glasthüre hinein, so leuchten uns unter dem Tische, der mit Hüten, Hauben, Spitzen und Bändern bedeckt ist, die goldglänzenden Schuhe entgegen.

Lange hatte unser Schuster so seine Freude an dieser täg­lich wiederkehrenden Erscheinung, da bemerkte er eines Tages, daß gleich hinter seinen lieben Goldkäferschühchcn ein Paar große, schwere, schwarzgewichste Mannslederstiefel daherschritten. Schön waren sie gerade nicht, diese Stiefel, auch hatten sie nicht so feine zierliche Sohlen als die Glanzstiefelchen der jungen Stu­denten und Kaufleute, aber dennoch war ihr Acußeres sehr an­sprechend durch ihre Sauberkeit und Solidität, und sie zeigten auf den ersten Blick, hier sei niehr auf Nutzen als auf Zierlichkeit ge­sehen worden, und das hat oft gar viel für sich. Unser Schu-