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ängstlich zögernd, die kleinen leichten Schuhe aus das Oberleder der schwarzen Freunde, abwechselnd von einem Fuße auf den an­dern, bis sie glücklich und unversehrt drüben auf den trockenen Steinen angelangt waren. Hier aber mußten die Goldschuh schon erlauben, daß ihre hülfreichen rindsledernen Freunde an ihrer Seite blieben, es hätten ja noch mehr solche gefährliche Stellen kommen können, und so wurde unserm Schuster im Keller endlich sein Wunsch erfüllt, die Beiden »eben einander die Straße hinab gehen zu sehen! Diese Freude aber hatte er von nun an täg­lich, denn wahrscheinlich hatte so viel Aufopferung den harten Sinn der Goldschuhe erweicht; ganz vergnügt schritten sie jetzt an der Seite ihrer schwarzen Freunde daher, und diese glänzten vor lauter Entzücken, daß die Sonne sich doppelt in ihnen spie­geln konnte.

So verstrich die Zeit. Der Schuhmacher hatte guten Ver­dienst, da das Herbstwetter die Schuhsohlen sehr angriff, und zerrissene Sohlen sind für ein Paar Schuhe gerade eben so schlimm, als für uns Menschen Zahn- oder Kopfweh. Für jene Leiden ist Meister Schuhmacher ein gar probater Doctor, drum wurde er fleißig heimgesucht von allem möglichen kränkelnden Schuhwerk, das er kuriren sollte. Sein Vergnügen hatte er dabei gleich vor seinem Fenster, das ihm, wie eine Loge im Theater, einen Blick auf die Bühne seiner kleinen Welt gewährte.

Er arbeitete aber so fleißig und daö nasse Wetter machte seine unterirdische Wohnung so feucht und unbehaglich, daß unser arnier Schuster sich bald krank in sein Bett legen mußte, an das ihn ein böses Fieber für einige Wochen fesselte. Als er endlich wieder aufstehen und sich an sein kleines Fenster setzen konnte, lag der Schnee weiß und glänzend auf der Straße und knarrte lustig unter den Tritten der Vorübergehenden. Mit wahrer Sehnsucht gedachte der kranke Mann seiner lieben Goldkäferschuhchen und blickte erwartungsvoll die Straße hinab, ob dieselben nicht bald, von warmen Ueberschuhen geschützt und in Begleitung ihrer braven schwarzen Freunde, wieder ankommen würden.

Helm, Märchen. 6