175
genügten jetzt, sie zu stützen, auch die bleichen Wangen färbten sich roth und frisch und der ganze schwache Körper wurde gesund und kräftig! —
Wie jubelte da der glückliche Bergkönig über das Gelingen seines Werkes, denn nur seinen Bemühungen hatte es das Kind zu danken, daß ihm aus dem Quell Gesundheit gekommen war. Jetzt aber wollte er zum Lohn für seine Mühe, daß die kleine Elfe den Hochzeittag festsetzte, und glücklich, wie diese in ihrem Herzen war, denn sie hatte den hübschen König recht innig lieb, bestimmte sie den ersten Tag dazu, an dem das kleine Mädchen ganz ohne Hülfe würde gehen können. —
Endlich kam denn auch dieser ersehnte Tag, denn freudig lief die Kleine eines Morgens ihren glücklichen Eltern entgegen; jubelnd sprang sie ohne jegliche Stütze in der kleinen Stube herum, dann hinaus auf die Wiese und konnte nicht aufhören, sich ihrer neuen Kraft und Stärke zu bedienen. Welch' ein glücklicher Tag war dies für das Kind, aber nicht weniger glücklich war er auch für die kleine Elfe! —
Die Sonne ging schlafen und mit ihr unser fröhliches Mädchen. Süß träumend lag sie in ihrem Betlchen und freundlich blickte von oben das volle Mondgesicht auf sie hernieder. Da schien es ihr plötzlich, man rufe sie bei ihrem Namen; erschrocken fuhr sie auf und blickte um sich, doch sah sie Nichts, als die helle Scheibe des Mondes, und schon wollte sie sich auf die andere Seite wenden und weiter schlafen, da bemerkte sie, daß ihr Fenster offen stand. Sie erhob sich, dasselbe zu schließen, da umwehte sie aber die Nachtluft so sanft und warm, daß sie ihr Köpfchen zum Fenster hinaussteckte und vergnügt in die helle Mondnacht schaute. —
Aber wse erstaunte sie, als sie ein leises Summen um sich her hörte. Sie wendete sich zu ihrer Pflanze, die auf dem Fensterbrett stand und nun erst bemerkte sie, daß von dort her die Stimmen kamen. — Was in aller Welt konnte das sein? —
Sie beugte sich vor und nun sah sie eine ganze Schaar winzig kleiner Gestalten, welche die Pflanze umschwebten. — Sie • waren alle so leicht und fein wie von Spinnewebe, aber gar zu

