gehen. Sie selber suchte die Ruhe nicht, sie saß still ar- beitend, oder mit gefalteten Händen ruhend, bis der Tag anbrach, bis ihr Mann seinen Rausch gänzlich verschlafen. Dann trat sie an das Bette, warf sich vor demselben auf die Erde, und beide sprachen lange und flüsternd mit ein­ander. Endlich stand sie auf, schüttelte die Hand des Mannes und verließ die Stube; dieser stand rasch auf, kleidete sich an, und ging ebenfalls fort.

Als die Kinder erivachten, fanden sie zu ihrer Ber- wunderung Milch und Brod zum Frühstück.Woher, Mutter?" fragten sie schüchtern.Von der guten Nach­barin, die es geborgt hat."Mutter, Du borgst ja sonst nie."Sonst nicht, jetzt kann ich es; Ihr sollt nur sehen, wir werden bald wieder in: Wohlstände sein!" Die Kin- der begriffen die Rede nicht, aber sie lächelten in seliger

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der Anne sein kann; Du hast mich reich gemacht, denn ich habe wieder Muth. O, Du Herzenskind, Gott behüte Dich, für und für!"

Schweigend setzte sodann die Frau sich zu einer Ar­beit nieder; später schnitt sie das letzte Stück Brod in gleiche Theile, gab es den Kindern und hieß sie zu Bette