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hätte sich auch vielleicht an ihren Anblick gewöhnt, aber ewig bleibt der Zahn ihm ein unüberwindlicher Anstoß, und so wagte er einmal bei passendem Anlaß zu sagen: „An Eurer Stelle würde ich mir den Zahn ausziehen lassen; mir scheint, er ist Euch ein Hinderniß."
Die grünen Augen der alten funkelten zum Erstenmal vor Zorn! „Was," rief sie, „meinen Zahn, meinen hübschen einzigen Zahn sollte ich in meinen jungen Jahren hergeben? Das wäre schön! Der Zahn ist wie eine Perle!" Friedli lachte: „Wie alt seid Ihr denn?" — „Fragt Dich Einer, kannst Du antworten, daß Dn's nicht weißt, Dir aber will ich's wohl sagen, ich zähle kaum achtzehn Jahre."
Abermals lachte Friedli, und doch, er wußte nicht weshalb, es ward ihm unheimlich zu Muthe, und er versank in Nachsinnen. Plötzlich fragte er: „Wollt Ihr mir den Zahn verkaufen?" „Wofür denn? Für einen Sechser vielleicht? Nein, den Zahn gebe ich nicht her, den bekommt nur, wer mich aus freiem Antriebe küßt, eben weil es ihn: so um's Herz ist." Friedli dachte: Dann bekomme ich ihn nicht! „Erzählt mir doch etwas aus Eurem Leben," sagte er, „ ich höre dergleichen so gern."

