daran ist halb gewonnen, wir wollen tüchtig lernen. Nun komm und laß uns einen Weg durch den Wald machen." Wilhelm.

98

Otto ging und ich blieb allein mit Herrn Flohr's Brief das heißt nicht allein sein. Ich las noch einmal, wie er am Tischchen sitzt und denkt, las es mit strömenden Thränen.Nur das Herz in der Brust ist geblieben" aber welch' ein Herz, o, welch' ein Mensch! Wer sich daran nicht aufzurichten vermag, er sei Knabe oder Mann, aus dem wird nie viel werden, glaube ich; ich vergaß Herrn Reward, Otto, Alles und weinte und weinte. Da guckte Otto bei mir ein:Was? Du weinst, das fällt mir doch nicht ein." Ich gab ihn: Herrn Flohr's Brief und deutete auf die Betrachtung darin, welche mir so zu Herzen geht. Er stellte sich mit dem Rücken gegen mich in's Fen­ster und las; so stand er lange, lange und sagte dann: Wilhelm, mir wird das doch nicht immer nützen, mich reißt der Augenblick zu leicht hin. Herr Flohr hat mir aber doch geholfen; ihm zu Liebe will ich thun, was ich kann, und vorläufig wollen wir nicht mehr jammern. Frisch