Erstes C a p i t e l.

VCo hatte Wilhelm zu seinen zwey kaum geheilten Wun­den abermals eine frische dritte, die ihm nicht wenig unbequem war. Aurelie wollte nicht zugeben, daß er sich eines Wundarztes bediente; sie selbst verband ihn unter allerlcy wunderlichen Reden, Zeremonien und Sprüchen, und setzte ihn dadurch in eine sehr peinliche Lage. Doch nicht er allein, sondern alle Personen die sich in ihrer Rahe befanden, litten durch ihre Unruhe und Sonderbarkeit ; niemand aber mehr als der kleine Felir. Das lebhafte Kind war unter einem solchen Druck höchst ungeduldig und zeigte sich immer unartiger, je mehr sie es tadelte und zurecht wies.

Der Knabe gefiel sich in gewissen Eigenheiten, die man auch Unarten zu nennen pflegt, und die sie ihm kcineswcges nachzusehen gedachte. Er trank, zum Bep- spiel, lieber aus der Flasche als aus dem Glase, und of­fenbar schmeckten ihm die Speisen ans der Schüssel bes­ser als von dem Teller. Eine solche Unschicklichkeit wur­de nicht übersehen, und wenn er nun gqr die Thüre auf­ließ oder zuschlug, und, wenn ihm etwas befohlen wur­de, entweder nicht von der Stelle wich oder ungestüm da-