Geliebte, in Trauer Versammelte!
Also dennoch — bei aller treuen Liebe und Pflege-, trotz der gespanntesten Sorgfalt und allen Bemühungen der Kunst, bei all' unfern heißen Wünschen und flehentlichen Gebeten, — dennoch sank sie, die jugendlich Verklärte, in die Nacht des Grabes, und unsere Thronen benetzen die Erde, welche die zarten Gebeine decken soll. Zu frühe, ach leider t viel zn frühe löschte der Engel des Todes das Licht eines so theuren Lebens aus. Zu schnell verwelkte sie, die hoffnungsvolle Blume, in der schönsten Blüthe ihrer Tage. Wir fühlen, was wir in ihr verloren; wir wissen, was wir mit ihr der Tvdtenurne übergeben ; unsere tief verwundeten Herzen empfinden auf schmerzliche Weise die gewaltsame Trennung von ihr. Wie sollten wir dem gepreßten Herzen nicht Erleichterung verschaffe» dürfen durch sanfte Klagen an ihrem offenen Grabe! Warum wollten wir zurückhalten die Thronen, die so wohlthätig die Last des Kummers und der Betrübniß erleichtern!
Ja — gerecht ist der unendliche JamNier der schwer geprüften Eltern über den frühen Verlust der geliebten Tochter, der einzigen; denn ihr Trost und ihre Freude, das theuerste Kleinod ihres Herzens/ die kostbarste Perle ihres Lebensschatzes, ist im noch nicht erreichten siebenzchnten Altersjahre unersetzlich ihnen entrissen, das Gebäude ihrer schönsten Le- bcnshoffnungen und Erwartungen ist mit ihr zur Erde gesun-' ken. Gerecht und wahr sind die Thränen des gebeugten Bruders, und der liebenden Verwandten nah' und fern. Aufrichtig und innig ist die Theilnahme der Lehrer, so vieler Freunde und Bekannten, dieser zahlreich versammelten Jugendgenossen, und aller gefühlvollen Mitmenschen an so tiefer Trauer. Muh ich selbst doch heute müh«

