Kulturvorbereituugeu. I. Lutwäsieruug.

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Erstes Kapitel.

Bon den Kulturvorbereitungen.

I. Entwässerung.'

64.

Allgemeine Regeln.

Bor Ableitung des überflüssigen und schädlichen Wassers hat man sorgfältige Erwägullgen darüber vorausgehen zu lassen, bis zu welchem Grad die Entwässerung nothwendig und nützlich ist. Es gibt Böden, so nantentlich Moorboden, welche durch eine vollständige Trocken­legung unter Unlständen geradezu unfruchtbar werden. Ebenso können einzelne Holzarten eine vollständige Trockenlegung nicht gut er­tragen, z. B. Erlen und Fichten, nanlentlich wenn das Klima zienüich trocken ist.

Das Wasser wird in Gräben abgesührt; rnan wählt im Forsthaushalt meistens bloß offene Gräben, weil die verdeckten zu theuer silld. Die Entwässerung erfolgt nie bis zur vollen Graben­tiefe, weil durch die Capillarkraft die Fellchtigkeit l j 21'/ 2 Fuß über die Sohle des Grabens gehoben wird; es ist dieß nach der Bodenart und dein Gesäll verschieden.

Die Gräben sollen ein gleiches Gesäll haben, denn da, wo das Gesäll wechselt, treten entweder Verschlammungen ein, oder fängt das Wasier an zu reißen. Aus den gleichen Gründen ist es nothwendig, daß die Gräben womöglich in ganz geradem Zug geführt werden. Bei zu starken: Gesäll muß die Sohle terraflirt, oder durch Steine re. gegen Ausreißen geschützt werden.

Die Wände der Gräben sind nur ausnahmsweise senkrecht, im Moorgrund bei geringer Tiefe, sonst erhalten sie hier eine Nei­gung von 2030 Graden. In der Regel sind sie mehr geneigt. Aus Thonboden genügt eine Böschung (Doßirung) von 35 bis 45", auf Lehm 45 bis 50°, aus sandigem Lehm und Sandboden soll sie wo möglich noch flacher seyn. Je mehr Wasser in einem Graben fließt, um so flacher nruß verhältnißmäßig die Böschung gemacht werden.

Die Weite und Tiefe des Grabens richtet sich nach der auszunchnlenden Wassermenge und den: Gesäll; wo dieses stärker ist, also das Wasser rascher abfließt, ist kein so weiter Graben er­forderlich, als in: unigekehrten Fall. Wenn ein Graben nur wenig Wasser zu führen hat, so läßt man die beiden Wände desselben unter

1 Vergl. Pfeil-Nördlingers kritische Blätter, 42. Bd., 2. Heft und Mit« theiluugeu über Forst- und Jagdwesen in Bayern, IO. Heft.