86
Waldbau.
Pfahlwurzel nennt man die senkrecht in die Tiefe wachsende Wurzel; Haar- oder Faserwurzel die feinen Würzelchen, welche vorherrschend die Aufnahme der Nahrungsmittel besorgen; Thau- wnrzeln die oberflächlich, mehr horizontal streichenden Wurzeln.
Stock- und Wurzelholz ist für sich verständlich; im Gegensatz hievon bezeichnet man die übrige Holzmasse des Baumes mit dem Ausdruck oberirdisch; obwohl in den meisten Fällen ein Theil des Stocks streng getrommen noch hiezu gehören würde.
Im Gegensatz zum Ast- und Reisholz wird das Holz des eigentlichen Stammes Schaftholz genannt.
Die an der Spitze des Stammes befindlichen Aeste bilden die Baumkrone; ist dieselbe weit über dem Boden erhaben oder nicht, so heißt der Stamm langschäftig oder kurzschäftig.
Die senkrecht unter den Aesten liegende Bodenfläche heißt die Ueberschirmungsfläche.
Der Ausdruck im Freien wird gebraucht im Gegensatz von dem Ausdruck unter Schutzbestand; wo also letzterer für jüngere Pflanzen ganz fehlt, spricht man von Anzucht im Freien.
Waldtrauf ist die Grenze des Waldes gegen das Feld, oder die Grenze eines alten Bestandes gegen niedereres Holz. Einen Waldmantel bilden die von Jugend auf, wenigstens nach einer Seite hin freigestandenen unb dem Winde ausgesetzt gewesenen Bäume.
Erker Lheil.
Waldbau.
Literatur.
Heinrich Cotta, Waldbau. Herausgegeben durch v. Berg. Dresden, Arnold. 1856. 8. Aufl.
Stumpf, Waldbau. Aschaffenburg. 2. Auflage. 1854. v. Lips, Schule des Waldbaus. Freysing. 1859.
v. Gwinner, Waldbau. Herausgeqeben von Dengle r. Stuttgart, Schweizer - barth. 1858. 4. Auflage.
Pfeil, Die deutsche Holzzucht. Leipzig, Baumgartner. 1860.
Außerdem die betr. Theile der oben §. 59 angeführten encyklopädischen Werke.)
8. «i.
Begriff und Eintheilung.
Der Waldbau umfaßt die Lehren von dem Anbau, der Erziehung und Pflege der Waldungen.

