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Waldbau.

Findet sich keine solche natürliche Eintheilung, ist vielmehr die zu entwässernde Fläche eine gleichmäßig geneigte Ebene, so richtet sich die Entfernung der Hauptgräben nach der Möglichkeit ihnen durch die Schlitzgräben das Wasser noch mit dem nöthigen Gefäll zuführen zu können. Hat die Fläche ein ganz unbedeutendes Gefäll, so muß man dasielbe in den Schlitzgräben dadurch verstärken, daß nian deren Sohle, je näher deni Hauptgraben, desto tiefer legt, wodurch dann ihre Länge in engeren Gränzen gehalten wird.

Die Seitengräben sollen möglichst im rechten Winkel von den Hauptgräben abzweigen, und nur das nothlvendigste Gefäll be­kommen; auf diese Weise wirkt man mit der geringsten Graben­länge über die größtmögliche Fläche. Sehr häufig findet man frei­lich noch Nebellgräben, welche nahezu bem stärksten Gefäll folgen, sie sind meist ohne alle Wirkung. Der Abstand zwischen den Seitengräben soll nicht größer seyn, als daß sie noch sänrnitliches überschüssiges Wasser aus der zwischellliegelideil Fläche aufnehmen können; je tiefer sie gemacht werden um so weiter wirken sie, doch hat die Bodenart hierauf noch wesentlichen Einfluß. Nach den Er­fahrungen bei der Drainage rechnet man für leichten Boden auf je 1' Grabentiefe l'/ 2 Rth. Abstand der Röhrenstränge, in mittel­schweren Böden 1 Ruthe und in schweren 'j 2 3 / 4 Rth.; ähnlich wird sich der Torfboden verhalten. Für forstliche Zwecke ist übrigens keine so vollständige Entwässerung nöthig, deßhalb mögen obige Zahlen nur als Verhältnißzahlen angesehen werden.

Manchmal kann man oberirdisch oder unterirdisch zufließendes Wasser, das von höhergelegenem Terrain herabkömmt, durch einen Grabeil auffangen und dadurch die unten liegende Ebene vor Ver­sumpfung schützen, wodurch der Zweck viel wohlfeiler und sicherer erreicht wird, als auf anderm Wege.

Bei Anlegung eines Grabensystems ist es wegen des Kosten­punkts rathsarn, die Schlitzgräben anfangs nicht zu nahe zusammen zu bringen, bis man ihre Wirkung auf dein betreffenden Terrain und Boden näher beobachten kann; die Distanz ist aber so zu wühlen, daß man zwischen zweien immer noch gut einen dritten anbringen kann, ohne daß sie dann zu nahe zusammen kämen.

Hat inan es mit einer größereil Fläche zu thuil, auf welcher die Entwässerung nicht aus eniinal gleichzeitig bewirkt werden kanil, so wird es in der Regel nothwendig an dein äußeren Uiufang des Lunlpss zu beginnen, damit derselbe sich ilicht weiter verbreiten kann; es muß aber das Grabennetz gleich anfangs für die ganze Fläche entworfen werden, damit in die Arbeit der verschiedeneil Jahre die nöthige Einheit gebracht wird.