Es fährt ein Kahn auf dem See und lustiges junges Blut sitzt darin. Der Frühlingshimmel lächelt herab auf das blaue Gewässer; die lichten Wellen werfen tausendfach das Bild der Sonne zurück, und man fühlt es, wie fröhlich es den Vögeln ist, die über dem Wasser schweben und wie wohlig den Fischlein da unten in der Tiefe. Und fröhlich und wohlig ist es auch den Knaben, die das Schifflein fübren. Die Tiefe unter ihnen schreckt sie nicht, das morsche Fahrzeug dünkt ihnen fest wie ihr Muth, und das kecke Herz sinnt Muthwillen mitten auf dem gefährlichen Elemente. Der Eine beginnt das Schifflein zu schaukeln, erst schwach, dann stärker; der Zweite will sich nicht in Muth übertreffen lassen, er versetzt den Kahn in raschere Bewegung, und der Dritte schlägt mit dem Ruder in die aufgeregten Wellen hinein, daß sie aufschäumen; und je näher dem Umsturz, desto lauter jubeln die Knaben. Denn die Jugend jauchzt in die Gefahr hinein.

Aber während die Knaben spielen, theilt eine Welle der andern den Anstoß mit, der ganze See geräth in Bewegung; die Wellen erregen den Wind, der leise über die Fläche strich; der Wind erregt hinwieder die Wellen und an allen Ufern sieht man's anschlagen. Der Fischer will nicht hinaus auf sein mühesam Gewerbe, denn der Knaben Muthwille hat ihm den nährenden

Glaubrecht, böses Jahr. \