Sieh, dort betete die andachtsvolle Klara zitternd vor dem Hochaltar So inbrünstig, rührend, gleich als wolle Sie abwenden die Gewktterfahr;
Denn mit Himmels-Unschuld hielt nach Oben Sie gerichtet ihren sanften Blick,
Gleich als hielt er ab des Wetters Toben, Gleich als huldige ihr das Geschick.
Hekl'ges Feuer glüht' auf ihren Wangen, Und dem zartgeformten Purpurmund; Wie zum Himmel ihre Blicke drangen!
Und ihr Busen, o wie schön und rund! Welche blondgelockten Ringelhaare!
Welche seid'ne, lilienfarbne Haut;
Welche Andacht vor dem Hochaltäre,
Wie sie nach dem heil'gen Kreuze schaut!
Nur geschaffen schien sie zum Entzücken, Schade, daß das Kloster sie erkohr! „Dieser Engel nur kann mich beglücken Bei der Heil'gen hochgelobtem Chor! Mag die Welt sich gegen mich verschwören, Mag die Hölle selbst dawider seyn, Dieses Frauleins Herz muß mir gehören, Ohne sie kann ich nicht glücklich seyn !"

