Tochter, sprach mit schmelzend süßen Tönen, Nun zu mir die heil'ge Jungfrau laut: Deines Lebens Tugenden, sie krönen,

Dich zu einer würd'gen Himmelsbraut;

So vernimm, um deines Vaters willen,

Daß auch die der Himmelskrone werth,

Die sich mühet treulich zu erfüllen

Jede Pflicht, die hohe Duldung lehrt.

Sich ein Recht auf dieses Glück erwerben,

Kann durch Keuschheit nicht allein gescheh'n; Die sind auch des Paradieses Erben,

Die durch Leiden ihm entgegen geh'n.

In der Rosenblüthe deiner Jugend,

Steh'st du, und dein Herz ist rein und fromm, Seelenadel, Weisheit, Unschuld, Tugend,

Geh'n nicht unter in des Lebens.Strom.

Sie gab mir den liebevollen Segen;

Freudig stürmte es in meiner Brust, Nie empfand ich je ein gleiches Regen,

Nie im Traume solche sel'ge Lust.

Da erwacht' ich von dem schönen Traume, Schon erschien der Sonne Feuerball, Und, bestrahlt von ihrem Purpursaume, Tönte hold das Lied der Nachtigall.