getrieben. Damit ich nun mit dieser auch be­kannt würde, nahm mich der Onkel auf seine 'Güter. Hier seufzte ich Anfangs über lange Weile, gewöhnte mich endlich an die neue Le­bensart und war mit dem drey und dreyßigsten Jahre ein solider und musterhafter Mensch ge­worden. Das Zeugniß gab mir wenigstens der Onkel häufig, ja ich würde vollkommen nach seinem Kopfe gewesen seyn, wenn ich eins von den vielen hübschen Mädchen, denen er mich vorstellte, hätte heirathen mögen, dazu aber hatte ich mich bis dato nicht entschließen können. Was nur in dem Testamente stehen mochte? Etwas, das sich nicht von selbst verstand, ge­wiß, denn der selige Onkel pflegte allezeit lieber zu wenig als zu viel zu thun, und hätte sich's für eine Schande gehalten, ohne Ursache eine Feder anzusetzen oder ansetzen zu lassen-

Zweytes Kapitel.

,, So wollen wir denn sehen! sagte ich am Morgen des Publikationstages, indem ich mit dem Gerichtsdirekror in den Wagen stieg.

So voll ich aber auch Kopf und Herz hat­te , es mußte einem wohl werden in der frischen Luft die durch den Wagen zog. Und wenn man