( 217 )

Deiner Schwachheit sey verziehen, der ich, wie eine Sünderin, erschien! Aber Du» Allwissender, der Du Gedanken siebst, der Du es weißt, wie keine leise Regung mei­nes Innern dem Gebote, was Zucht und Keuschheit fordert, entgegen war, ver­dammst mich nicht! Laß meine Unschuld leuchten, damit der Einzige sie sieht, den ich im Leben über alles liebe!"-.

Jojakim stand wie betäubt und ver­steinert da, er konnte nicht reden. Liebe und Abscheu, Glauben und Zweifel kampfrm in seinem Innern.

Jetzt sprach Susann» mit gehobener Stimme: ,,Lebe wohl, mein Jojakim, für Deine Liebe meinen Dank! Bei Dir kann ich nicht langer weilen! Erfährst Du's nie auf Erden, wie rein mein Herz von jeder M'ssethat sich hielt, und wie die Bosheit mich verleumdete, Du wirst es dort erfahren, wo jede Täuschung schwindet. Bei meinen Eltern finde ich Trost, zu ihnen eile ich hin und harre dort, wie meine Sache endet. Leb wohl."