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Ich hatte kürzlich mein vierzehntes Jahr erreicht, als ich an einem Abend des Junimonats von der Stadt nach Hause zurückkehrte. Das Wetter war herrlich und der Mond ergoß seinen silbernen Schimmer über die schlum­mernde Landschaft. Ich war müde und setzte mich daher einen Augenblick auf eine Moosbank am Wege nieder, mich meinen stillen Betrachtungen überlassend. Da plötzlich hörte ich knisternde Tritte im Gebüsch. Erschrocken sprang ich auf, aber es war zu spät; ein kräftiger Zigeuner stand vor mir und rief^ meine Hand erfassend, nach rückwärts: Lorenzo, geschwind, wir haben glückliche Beute." Da­rauf trat ein jüngerer Zigeuner aus dem Gebüsch und stimmte in den Jubel seines Gefährten ein. Ich wehrte mich aus allen Kräften doch umsonst. Lorenzo faßte mich um den Leib und trug mich schnell durch das Gebüsch auf einen freien Platz. Hier lagerten die Zigeuner in bunten Gruppen um ein knisterndes Feuer und schauten mich verwundert an.Sieh nur, alte Ursel", rief Lorenzo der Zigeunermutter zu,wir haben hier das Täubchen ge­fangen, als wir uns umsahen, ob nicht Claudius bald zu­rückkehrt." Die Alte bewillkommnete mich freudig und sagte mir, daß ich es gut bei ihnen haben sollte, wenn ich willig ihrem Befehle gehorchte. Ich war von dem schreck­lichen Wechsel meines Schicksals so betrübt, daß ich ganz theilnahmlos dasaß; vor Allem schmerzte es mich, daß meine Wohlthäterin doch nun denken konnte, ich sei absichtlich mit dem Gelde entflohen. In den nächsten Tagen versuchte ich