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meines Körpers war gebrochen, tiefer Kummer nagte an meinem Herzen, welches sich ermüdet von den Leiden des Lebens nach Befreiung sehnte. So ist mir denn jetzt der Tod ein willkommener Engel, denn er wird mir die Ruhe und das Glück geben, welches ich hier auf Erden vergebens suchte; er wird mich mit meiner theuren Mutter und dem Geliebten meiner Seele aus ewig vereinen."

Rosa hatte schon lange die Geschichte beendet und noch immer saß sie in tiefen Gedanken sinnend da. Die mannigfachsten Empfindungen bestürmten sie, während die Thränen über ihre Wangen rannen. Sie, die sich das Leben stets so golden, so herrlich geträumt hatte, konnte es kaum fassen, daß ein Mensch so unglücklich, so verlassen auf dieser schönen Erde, sein Pfad so dornenvoll sein könnte. Da erschollen plötzlich wieder die sanften Töne der Flöte, die sie schon am gestrigen Abend so entzückt hatten. Sie legte das Buch fort und trat an's Fenster. Ihrem Zimmer gerade gegenüber war ein solches geöffnet und in dem er­leuchteten Gemache dahinter gewahrte sie eine männliche Gestalt, von der die bezaubernden Töne ausgingen. Sie lehnte ihren Kopf an das Fenster und je länger sie der Flöte lauschte, desto ruhiger wurde ihr erregtes Gemüth, und als die melodischen Töne verhallten, da war Friede und Wohlsein in ihr eben noch so bange klopfendes Herz zurückgekehrt.