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Am nächsten Morgen erwachte Rosa schon sehr früh, sie ging daher in den Garten hinunter, um die herrlichen Morgenstunden in der frischen Natur zu verleben. Alles blühte und duftete ihr in der schönsten Fülle entgegen, denn die Erde war während der Nacht von einem sanften Regen getränkt worden. In den majestätischen Eichen rauschte der frische Morgenwind und führte Rosa auf sei- nen Wellen den letzten leis verhallenden Gesang der Nacht­königin Philomele zu. Rosa's Auge glänzte vor Entzücken und freudig suchte fie den ihr so lieben einsamen Weiher auf. Aber kein freundliches Plätzchen lud hier zum Sitzen ein, ja nicht einmal eine Bank war zu erblicken, und sie ging daher eine solche zu suchen. Bald hatte fie auch in einer Laube eine kleine ganz ihren Wünschen entsprechende Bank entdeckt und trug fie nun nach ihrem Lieblingsplatze, wo sie dieselbe unter einem wilden Rosenstrauche placirte. Hier ließ sie sich nieder und in einem Buche lesend, umgeben von den Reizen der Natur, verlebte fie einen der schönsten Morgen ihres Lebens.

Am Vormittage machte Frau von Grünheim mit ihrer Tochter Visite und lud Frau von Reichenbach mit ihrer Nichte für den Abend zu einem kleinen Balle ein. Die Tante nahm erfreut diese Einladung an, während Rosa im Geheimen bedauerte, nun für diesen Abend das schöne Flötenspiel zu verlieren und ihre Lektüre aufgeben zu müssen.

Während Marianne ihr am Abend beim Ankleiden

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