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Am nächsten Morgen, als Frau von Reichenbach und Rosa, auf der Terrasse, die nach dem Garten hinausführte, frühstückten, konnte die erstere nicht genug Frau von Grünheim und deren Tochter rühmen. „Ich wünschte wirklich," schloß fie ihre lange Rede, „daß Du Dich an Therese mehr anschlössest, liebe Rosa; Du könntest Vieles von ihr lernen, aber Du scheinst Dich eher von ihr zurückzuziehen. Wir werden vielleicht in diesem Sommer eine Reise mit Grünheims zusammen machen, da würdest Du die beste Gelegenheit haben, Dich mit Theresen zu befreunden."
Rosa stand schweigend aus, denn unter diesen Umstanden hätte fie lieber auf die Reise verzichtet, und kleidete fich an, um zu Frau von Lindau zu gehen und fich von ihr ein englisches Buch zu holen, welches diese ihr gestern zu lesen empfohlen hatte. Als fie in das Zimmer der Baronin trat, hatte fich so eben eine andere Dame erhoben, um dasselbe zu verlassen. Sie war von hohem, schönem Wüchse und hatte lange rabenschwarze Locken und Augen fast von derselben Farbe. Ihr Geficht war schön, denn alle Theile desselben waren auf das regelmäßigste gebildet, so daß man auch nicht den kleinsten Fehler daran hätte entdecken können; aber der Ausdruck desselben war stolz und von eifigerKälte, und nicht Unrecht hätte man gethan, es mit einem schönen griechischen Marmorbilde zu vergleichen. Sie empfahl fich der Frau von Lindau und an Rosa vorüberrauschend, richtete fie einen flüchtigen Blick aus ihren großen fast unheimlichen Augen auf dieselbe. Frau von Lindau empfing das

