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viel hielt, wegen der Wahl mehrerer Stoffe zu befragen. Rosa saß am offenen Fenster, die Sonne war im Untergehen begriffen und erleuchtete mit ihren letzten schrägen Strahlen noch einmal das kleine Zimmer mit einem magischen Scheine, während die warme Abendlust hereinströmte und mit dem Duste der am Fenster stehenden Rosen und Maiglöckchen es erfüllte. Rosa's Handarbeit, mit der fie sich beschäftigt hatte, war von ihrem Schooße herabgesunken, während fie gedankenvoll den Kopf in die Hand stützte. Allmälig erlosch das immer blasser gewordene Licht der Sonne, es wurde immer dunkler und dunkler und der Himmel füllte sich mit funkelnden Sternen. Der kleine Kanarienvogel, der auf die Hand seiner Herrin, seinen Lieblingsplatz, geflogen war, hatte längst das Köpfchen in seinem Gefieder geborgen und noch dachte Rosa nicht daran, die Ampel anzuzünden. Das Zimmer Nordeck's war erleuchtet, das Fenster geöffnet und der Gesang einer vollen weiblichen Stimme, welche vom Pianoforte und zumal von einer schönen, männlichen Stimme begleitet wurde, schallte zu der lieblichen Lauscherin herüber. Plötzlich wurde Rosa's schlafender Liebling von dem vorbeirauschenden Fluge eines Nachtvogels aus seinem Schlummer aufgeschreckt und flog, die Hand des Mädchens verlassend, aus die Straße hinaus und in das gegenüberliegende helle Zimmer hinein. Ein unwillkürlicher Schrei glitt über Rosa's Lippen, während sie dem Flüchtlinge mit den Augen folgte, und dann eilte fie ohne weiteres Bedenken schnell die Treppen hinunter in das gegenüberliegende Haus. Die Flur desselben

