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Seine Großnichte vielmehr," erwiderte Rosa lächelnd; aber kannten Sie denn meinen Großonkel?"

O, sehr gut," entgegnete Nordeck schnell.Ich habe manche glückliche Stunde drüben in dem lieben, alten Hause zugebracht und kann mich auch noch jetzt nicht daran gewöh­nen, nicht wie sonst alle Donnerstage hinüberzugehen. Cr sprach in der letzten Zeit viel von Ihnen."

,,Von mir?" unterbrach ihn Rosa, ,,ach, wie betrübt 4s mich, nie den guten Onkel gesehen und kennen gelernt zu haben'."

Jetzt standen beide an der Hausthür, wo sie sich trennen mußten.

Meine Tante wird sehr erfreut sein, einen Freund meines Onkels kennen zu lernen", sagte Rosa leise, indem sie sich empfahl. Noch einmal begegneten sich ihre Augen; es lag ein so wehmüthiger Ausdruck in denen des jungen Predigers, daß Rosa die ihrigen sich mit Thränen füllen fühlte.

Nachdem sie wieder ihr kleines Zimmer erreicht und den Vogel in Sicherheit gebracht hatte, setzte sie sich an's Fenster und überließ sich ihren Gedanken. Bunte, liebliche Bilder, auch ernste, schreckende Gestalten zogen vor ihrem geistigen Auge vorüber, aber vor allen tauchte Nordeck's Bild deutlich hervor und verdrängte zuletzt die andern, so daß Rosa erröthend den Kopf senkte und die Hand auf das pochende Herz legte. Verstand sie diese Regung ihres Her­zens, wußte sie, was in ihm vorging? Nein, sie wußte es