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„Herr Nordeck ist wirklich ein äußerst interessanter und liebenswürdiger Mann/' sagte Frau von Reichenbach, als dieser sich empfohlen hatte; „ich begreife nur gar nicht, wie er in einem freundschaftlichen Verhältnisse mit dem alten Onkel leben konnte."
Rosa antwortete nicht, denn ihr Herz war zu voll; es wollte überströmen vor Wonne, und als sie am Abend allein war in ihrem Zimmer, da stand sie sinnend am Fenster und blickte hinaufzu dem gestirnten Himmel, blickte in die Augen 1 Gottes und eine mächtige, süße Sehnsucht erfüllte sie. Eine Thräne fiel auf ein Blatt Papier, das sie in der Hand hielt, und sie schrieb auf dieses geheiligte Blatt den Gedanken ihres Herzens:
Liebst du den Himmel, wenn finster Die Wolken drüber ziehn Und lies aus dem nächtigen Dunkel Die Blitze zackig glüh'n?
Liebst du den Himmel, wenn blau er So blau und tief sich hebt.
Wenn golden und strahlend die Sonne, Die hehre, über ihn schwebt?
Liebst du den Himmel, wenn funkelnd Die Sterne ihn besä'n Und sie als Hirte behütet Der Mond so sanft und schön?

