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den sie so sehr liebte, auf den sie sich das ganze Jahr hindurch gefreut hatte, im Krankenzimmer vertrauert zu haben.
„Möchtest Du nicht ein wenig mit mir ausfahren, liebe Rosa," sagte ihre Tante hereintretend; „der Tag ist so schön, und die frische Luft wird Dir wohlthun, denke ich."
Rosa nahm freudig das Anerbieten an, und bald darauf fuhren sie fort und kehrten erst gegen Abend zurück.
„Herr Nordeck war hier." sagte Marianne, welche ihnen , auf der Treppe begegnete, „er hat seine Karte zurückgelassen."
Frau von Reichenbach bedauerte sehr, nicht zu Hause gewesen zu sein, und obgleich Rosa schwieg, so sah man doch an ihren niedergeschlagenen Augen, wie sehr es sie betrübte, diesen Besuch verfehlt zu haben. Als sie in die Thür traten, flatterte ihnen ein vom Zugwinde getragenes Blatt Papier entgegen, und der Gedanke: „Es muß von ihm sein, er hat es aus seiner Brieftasche verloren," durchblitzte Rosa's Seele. Von einem unbestimmten Gefühl getrieben, langte sie es auf und verbarg es sorgfältig. Als sie am späten Abend allein in ihrem Zimmer war, entfaltete sie es; es enthielt ein von einer männlichen schönen Hand geschriebenes Gedicht, und fast zitternd las sie:
An Rosa.
O nenn' mir die schönste der Blumen,
Die Fürstin der Kinder der Luft —
Ist's nicht die schwellende Rose,
Voll süßem und himmlischem Duft?

