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noch mehr hervor, der Wind spielte mit ihren Locken und ihre Augen strahlten in einem Feuer, wie fie es noch nie gethan hatten. So saßen fie lange und sprachen von der glücklichen Zukunft, und Rosa's Wangen färbten fich höher, wenn sie sich als Walther's Gattin, fern von der geräusch­vollen Welt in ihrem stillen Kreise liebend und wirkend dachte.

Aber da fiel ihr plötzlich die nahe Scheidung schwer auf das Herz und fie fragte trauernd:Morgen schon, Walther?"

Ja, Geliebte; doch unser Wiedersehen wird ein seliges sein. Dein Bild wird mich begleiten; es wird am Tage nie von meiner Seite weichen, es wird mir des Nachts aus mei­nen Traumen lächeln. Ach Rosa, gieb mir einen Theil Deines Selbst, gieb mir eine Locke Deines Haares, daß ich in ihrer Betrachtung mich auch fern von Dir in Deiner Nähe wäh­nen kann."

Rosa trennte lächelnd eine ihrer seidenen Locken von ,ihrem Haupte und reichte fie Nordeck, der fie feurig an seine Lippen drückte.

Der Mond schien voll, als sie langsam den Hügel hin­untergingen, und Rosa fich an ihn lehnte, wie sich der Epheu an den Eichbaum rankt. Und als der Augenblick des Schei­dens gekommen war und Rosa die mit Tbränen gefüllten Augen zu ihm erhob, da umschlang Walther noch einmal die Geliebte, indem er sagte:Sei stark, meine Rosa, Gott wird mit Dir sein!" und drückte den ersten leisen Kuß auf ihre reine, weiße Stirn sie trennten sich.