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über und wird wohl erst am Abend zurückkehren," sagte sie, ihre Gäste in das Haus geleitend.Sie finden noch an­deren Besuch bei mir," fuhr fie fort;die gnädige Gräfin hat mir die beiden Kinder mit der Erzieherin geschickt. Sie kommen oft zu mir, es find wahre kleine Engel."

Sie traten nun in die geräumige Wohnstube, die ein­fach, aber sehr sauber und mit Geschmack eingerichtet war. Die Kinder kamen Lucie'n zutraulich entgegen, denn sie kannten sie schon und hatten sie sehr lieb, und diese beugte sich herab, sie zu liebkosen.Aber da hätte ich ja beinahe Fräulein Gertrud vergessen," sagte fie plötzlich, und sich sanft von den umschlingenden Armen der Kleinen los­machend, näherte sie sich einer jungen Dame, die sich von ihrem Sitze am Fenster erhoben hatte und die Fremden freundlich begrüßte. Auch Rosa näherte sich ihr, aber er- röthend senkte sie die Augen, als sie denen Gertrud's begeg­nete. Sie hatte Nordeck zu sehen geglaubt. Es waren dieselben schwarzen Augen, nur milder und sanfter; es war dasselbe dunkele Haar, nur in einem reichen, welligen Schei­tel um das liebliche Gesicht geordnet; es waren dieselben ernsten Züge, nur gemildert durch den Ausdruck der reinsten Weiblichkeit. Es mußte seine Schwester, von der er ihr einst erzählt und sie selbst aus so unerwartete Weise mit dieser Schwester zusammengetroffen sein! Glücklicherweise be­merkte Niemand ihr Erröthen, und die sanfte Stimme, das liebreiche Wesen der jungen Gertrud verscheuchte bald das tiefe Weh, das deren Anblick von Neuem in ihrer Seele