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wach gerufen. Bald saßen Alle in traulichem Gespräche um den großen, runden Kaffeetisch, während die frische Frühlingsluft durch das geöffnete Fenster hereinströmte. Noch hatte Gertrud nicht von ihrem Bruder gesprochen, aber als das Gespräch auf das Reisen kam, sagte sie: Es ist doch wunderbar! wie sehr man sich in den schönsten Gegenden der Erde dennoch nach dem einen kleinen Punkt, an dem man lange gelebt und den man liebgewonnen hat, zurücksehnen und kaum erwarten kann, ihn wiederzusehen. An mir selbst habe ich dies zwar noch nicht erfahren, da ich noch nie weit gereist bin, aber um so auffallender habe ich es an meinem Bruder gesehen, welcher, als er von seinen Reisen in Italien und England, auf denen er so viel Großes und Schönes kennen gelernt, zurückgekehrt war, trotz alles Bittens der gnädigen Gräfin kaum einen Tag auf Perlberg blieb, obgleich er mich drei Jahre nicht ge­sehen hatte, und dann, als zöge ihn ein Magnet, nach der Residenz eilte."

Diese Worte wurden ganz absichtslos gesprochen, denn Gertrud wußte Nichts von der Liebe ihres Bruders und ahnte nicht im Entferntesten, wie nahe ihr jetzt der Gegen­stand derselben war. Doch Rosa erröthete tief und neigte sich auf ihre Tasse herab, so daß ihre Locken fast ihr Gesicht bedeckten, denn sie wußte es ja, warum er so geeilt, der arme Walther!

Zu schnell nahte der Abend, und ungern nur trennte man sich. Doch der gräfliche Wagen hielt vor dem Hause,