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Es gehört übrigens nicht hierher, darüber erklärende Vermuthungen anzustellen, durch welche Revolutionen auf der Erde Thiere so südlicher Gegenden in so nörd­liche Himmelsstriche gekommen seyn möchten.

Der Strauß.

Wenn man sich unter einem Vogel ein Geschöpf denkt, welches mit leichten Schwingen die Lüfte vurch- schnerdet, undemen- und gerade den freyesten Theil sei­nes Lebens, fröhlich in den weiten Räumen des Him­mels umherstreicht» sich dann herabläßt auf die Gipfel der Bäume, um den Gesang seines Glücks und seiner Freude oder die Lieder der Liebe anzustimmen; so wäre fürwahr der etwas schwerfällige, nur mit kurzen, und für das Verhältniß seines Körpergewichts viel zn klei­nen Flügeln versehene Strauß kein Vogel zu nennen. Zn der That aber bedarf er auch dieser Flügel so sehr nicht, als andere Vögel, die über Wälder, Gesträuche und Felder hinweg sich müssen erheben können, um ihre Nahrung von oben herab zu suchen, und die bequemsten Stellen ihres Aufenthalts zu wählen, und die zum Theil ohne diese Leichtigkeit und Stärke ihrer Schwingen ein Opfer des rauhen Winters seyn müßten, dem sie jetzt enteilen, indem sie einem mildern Lande nachziehen. Der Strauß aber lebt in großen Sandwüsten, wo es ihm wenig nützen würde, hoch aufsteigen zu können, und diese verläßt er nie.

Indessen steht doch der Strauß mit seinem schlech- tern Geflügel nicht so allein, daß er sich vor allen übrigen Vögeln schämen müßte. Der ihli^so ähnliche, wiewohl etwas kleinere Kasuar ist mit Flügeln noch schlechter versehen. Eben so kann sich der unsörmltche Dr.onle oder Tölpel mit seinen Flügeln nicht erheben, und selbst sein Gang ist watschelnd, da der Strauß hingegen vor allen Vögeln im Laufen der schnelleste ist, und dann er­neu Ersatz für die Kürze seiner Flügel hat. Das zahl­reiche Geschlecht der Pinguins oder Fettgänse ober hat statt der Flügel gar nur häutige Lappen, mit welchen