i3 5

nahe dreizehnmal so hoch, als das höchste menschliche Bauwerk.

Es gibt aber noch andere Punkte der Vergleichung, in welchen der Mensch gegen den Termiten zu verlieren scheint (jedoch auch unter andern Vergleichungspunkten). Der Termit baut sein Gebäude innerhalb drei bis vier Jahren; die Aegypter sollen aber zu ihren Gebäuden ) dreissig Jahre verwendet haben; freilich möchte wohl hier

die Anzahl der Menschen, die zum Baue genommen wurden, gegen die Anzahl der Termiten, wie hoch auch die erstere durch die Fabel des Alrerthums angesetzt ist, sehr gewinnen. Das aber ist e»n Vergleichungspunkt, bei welchem die Ter­miten gewiß wieder gewinnen, daß die Menschen auf Er- » den nur einmal solche Kolosse der Baukunst, und nur höchst

selten einige ähnliche (Straßburger-oder Wiener St. Ste­phans Thurm z. B.) aufgeführt haben, dahingegen die Termiten me andere aufführen. Man muß aber auch auf die Dauer der Pyramiden und der Termitengebäude se­hen, im Verhältniß auf dis Lebensdauer des einen, wie deS andern, und da ist die Frage noch nicht auszuma­chen , wer von beiden gewinnen oder verlieren würde. Aber wo der Termit gewiß gewönne,wäre in der Berücksichti­gung , daß seine Gebäude durchaus seiner Natur ange­messen, und seiner Erhaltung unentbehrlich sind, dahin­gegen jene menschlichen Gebäube bloß Sache der Eitel­keit und Pracht, oder aber des Aberglaubens waren.

Die Palläste der Termiten werden mit Recht wie ' Hügel betrachtet, um so mehr, da dieselben mit hohem,

i ln Afrika oft zweimal Mannshöhe haltenden Grase über­

deckt sind.

Jeder dieser Hügel besteht aus einem äussern undei- « nem innern Theile. Die äussere Bedeckung ist eine große,

wie eine Kuppel gestaltete Thonrinde, stark und groß genug, die innern Gebäude einzuschließen, sie vor der Witterung zu schützen, und die zahlreichen Bewohner gegen die Angriffe der Feinde zu vcrcheidigen. Die äußere Kuppel ist daher auch weit stärker und fester als daS in­nere Gebäude, welches die Wohnung der Insekten aus­macht, und mit erstaunenswürdiger Kunst und Regel­mässigkeit i^ eine unglaublich große Menge Zimmer ab- getheilr ist, die zur Residenz des königlichen PaareS, zum Unterhalt und zur Erziehung der Nachkommenschaft