if6

er Hand. Dieser Baum »st mit dem Hauptftamme itt einiger Höhe durch einen dicken Ast unzertrennlich ver­bunden, welcher, ungewiß aus welchem Stamme, in der Mitte des einen heraus und rn der Mitte des andern hin­ein wächst. An jenem Orte, wo der Baum aufsteigt, setzt der mütterliche Ast eine horizontale Richtung mit der Erde fort, theilt sich, und erzeugt sodann wieder Söhne.

Ein anderer Ast senkt sich zur Rechten in einer Hö­he von 7 Schuhen bis auf 3 Schuhe herab, theilt sick- öfter , unv trägt mehrere junge Bäume, dieser ist der un­beträchtlichste und seine Kinder unerwachsen, sie bilden ein dickes Gebüsch.

Noch mehr rechts aber, um einen Schuh niedriger, beugt sich der dritte Ast aufwärts, halt einen beträchtli­chen Baum, und hat wieder seine eigene Familie. Die­ser Ast steht in Rücksicht seiner Stärke den beiden vorigen in der Mitte.

Alle diese Bäume steigen mit ihrem Vater parallel auf. Die Rinde behält nicht die nämliche Farbe und nicht das nämliche Korn. Diese Verschiedenheit läßt sich sogar schon an dem gemeinschaftlichen Hauptstamm nahe bey der Erde an jenem Orte wahrnehmen, wo sich Ver­tiefungen zeigen.

Vermuthlich sind mehrere Samenkörner zugleich aufgegangen, haben sich mit einander verwachsen, sodann wieder getrennt, und nach den Gesetzen des Druckes und Gegendruckes entwickelt. Kein jBaum steigt eher empor, als biS er sich in dem Stand befindet, ungehindert auf- fteigen zu können. Die Güte des Bodens mag zu diesem üppigen Wüchse das meiste beygetragen haben.

Zum Schlüsse dieses Artikels wollen wir noch eini­ge vereinzelte Seltenheiten auS dem Reiche der Bäume anführen.

Bei dem Dorfe Reinberg in Sch wedifch- Pommern ist eine inwendig hohle Linde 74 Fuß im Umkreise, deren Borke sich nach innen hinein gezogen, und nach innen stark belaubte Zweige getrieben hat.

Zu Osterryck in den vereinten Niederlan­den ist eine Linde, worunter 1000 Menschen stehen kön­nen, und zu Zaardam eine Weide so dick, daß 2 Men­schen sie kaum umfassen können.