194 Wie denkt der Christ über die Leiden

der Hand des Herrn allerdings getroffen zeigen; die seine Hoheit, Macht und Gerechtigkeit darin erkennen; die ihre Missethat einsehen und sich beugen unter dem gewaltigen Arm des Herrn. In diesem Zustand finden wir am Ende das ver­härtete Herz des Königs Pharao, Achabs, als er bei der Ankündigung des göttlichen Richter­spruchs seine Kleider zerriß und einen Sack um seine Lenden legte; wir finden diese Wahrheit auch mehrmals beim jüdischen Volk bestätigt. Al­lein diese Demüthigung und Bekehrung ging nir­gend von Herzen; sie war von kurzer Dauer, es war die Furcht und der Schrecken vor Gottes allmächtigem Arm, dessen Macht sie erfahren; allein die Liebe und Ehrfurcht vor ihm fehlte, darum fielen sie bald wieder in ihr altes Leben zurück.

Allein es giebt noch eine andre Weise, den Druck und die Bekümmernisse des Lebens zu tra­gen; nämlich bei denen, die unter Mühen und Trübsalen sich weich, demüthig und ergeben vor Gott und Menschen erwiesen. Statt sich zu wi? versetzen, wenn Gottes Hand sie schlägt, beugen sie sich willig unter dieselbe und tragen dadurch um so leichter; sie wachen und beten gegen Un­geduld und Widersetzlichkeit und rühmen noch die Güte und Barmherzigkeit Gottes mitten in ihren