Haltet an am Gebet!
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derthatige Auskunft jetzt nicht mehr rechnen dürfen, kann die Erhörung unsrer Gebete nicht weniger als göttlich erkannt werden. Ich berufe mich hier ohne Scheu auf die Erfahrungen aller, die beten gelernt haben, und gewohnt sind auf den Herrn zu sehen auf allen ihren Wegen. Haft du, mein Bruder, nicht mehr wie einmal mit Bewunderung, Anbetung und Danksagung, mit Thranen der Freude ausgerufen: Der Herr hat mein Flehen gehört, mein Gebet hat er angenommen! Das sind köstliche Erfahrungen auf unserm Lebenswege, dies sind Unterpfänder seiner Liebe und Treue, die mehr als einmal Trost und Stütze waren für unser Herz.
Allein bei dem allen steigt hier ein Bedenken auf. Viele Bitten bleiben unerhött. Die zuversichtlichsten Beter klagen mit David: Mein Gott ich rufe des Tages, aber du antwortest nicht; und des Nachts, aber ich finde keine Ruhe. Allein wenn wir hierüber besonnen Nachdenken, so können wir Folgendes mit Grund darauf erwiedern:
Erstlich läßt es sich schon gleich ohne weiteres Nachdenken vermuthen, daß nicht alle Bitten bestimmt können erfüllt werden. Ich spreche nun nicht von solchen, die der Wahrheit und dem Willen Gottes überhaupt nach ihrer Natur widerstreben, denn solchen Bitten ist unter keiner Be-

