Erziehung.

einem der schönsten nnd fruchtbarsten Thälern der Schweiz/ in dessen Hintergründe kahle Berge ihre stol­zen Häupter bis beinahe in die Wolken erheben/ von denen wilde Waldbäche tobend zwischen zackigten Fel­sen hinunter strömen/ uud sich erst in der Tiefe schäu­mend zu einem ruhigern Flusse bilden nicht weit von den herrlichen Gestaden des Vierwaldstättersees/ die der für hohe Naturschönheiren nicht gefühllose Fremdling mit hinreißender Bewundernng anstaunt/ am Fuße eines mit mannigfaltigen Obstbäumcn be­kränzten romantischen LügclS/ blühte in ländlicher Stille und Eingezogenheit/ gleich einer sich entfalten­den Rosenknospe / Guido/ der Sohn eines frommen/ rechtschaffenen und bemittelten Landmanns/ Namens Nosenburg/ auf. Dieser Knabe war die Freude und der Trost seiner Eltern/ denn schon in seinem zartesten Alter zeigte er deutliche Spuren / daß wahre ungeheuchelte Frömmigkeit/ und die Tugenden seines biedern Vaters und seiner zärtlichen Mutter bereits Wurzel in seinem unschuldsvollen Herzen geschlagen hatten.

Die Eltern des hoffnungsvollen Knaben/ die sich durch eine feinere und edlere Bildung vor den übri­gen Landleuten auszeichneten / waren ungemein besorgt die schönen zarten Keime des kindlichen Glaubens und und der Liebe zum Guten und Schönen in Guido zu entwickeln und zu bilde« / zu erhöhen und zu veredeln.