Rede so tief und feierlich, und daS Herz in der Brust so warm. So mein' ich, müßte Hanna gewesen seyn, die auf den Trost Israels wartete, und mit Simeon den Herrn preifete, daß ihre Augen den Heiland ge­sehen hatten.

Als sie der Herr Rath Laupus nun mit freund­lichen Worten ermahnet, sich zu geduldigen, weil die Sache bald sich endigen würde und sie entlassen hatte, da ging er nachdenkend in der Stube auf und ab. Und während die alte Lindin die Hauptwache aufsuchte, um sich nach dem Befinden ihres Schützlings zu er­kundigen , und ihm durch den Corporal Scheuermanu ein freundlich Trosteswort sagen zu lassen, da nahm der Herr Rath die Papiere vor sich, die aus der Woh­nung des Zustus waren mitgenommen worden, und begann darin zu lesen. Was ihm zuerst in's Auge fiel, das waren Arbeiten, in verschiedenen fremden Sprachen geschrieben, die er für Studenten und Doc- toren gemacht, die gerne durch's Eramen hatten kom­men wollen, ohne sich selbst eine sonderliche Mühe zu machen; und war manche Arbeit dabei, die bereits dem, der sich nicht gescheut, mit fremdem Kalbe zu pflügen, einen Doctorhut, dem armen Justus aber nur wenige Gulden eingebracht hatte. Da lagen weiter Ausarbeitungen, so groß wie Bücher und so sauber gearbeitet, daß man sie gleich hätte dem Drucker über­geben können; und was drinnen stand, das verrieth, wie treu der Candidat Justus den Rath des alten Köhlers im Walde bei Blankenau befolgt habe; denn diel Schriften handelten von der Sternwissenschaft und waren mit feinen Zeichnungen versehen, also daß man jeglichen; Stern, der Nachts am Himmel steht, auf