wohl, daß wir mit euch und für euch loben und dan­ken in dieser Abendstunde." Als der Fremde schweigend mit dem Kopfe genickt, da nahm der Schulmeister sein Hausbüchlein von dem Kammbank, darin er für sich und die Seinen zu täglichem Gebrauch den Morgen- und Abendsegen, wie viel andere herzliche Gebetlein für allerlei Lage und Zeit eingeschrieben hatte, und betete mit lauter Stimme also:

Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, ich sage dir Lob und Dank, daß du Tag und Nacht geschaffen, Licht und Finsterniß unterschieden; den Tag zur Arbeit und die Nacht zur Ruhe, auf daß sich Menschen und Thiere erquicken. Ich lobe und preise dich in allen deinen Wohlthaten und Werken, daß du mich den ver­gangenen Tag hast vollenden lassen durch deine gött­liche Gnade, und desselben Last und Plage hast über­winden und zurücklegen lassen. Es ist ja genug, lieber Vater, daß ein jeder Tag seine eigne Plage habe. Du hilfst ja immer eine Last nach der andern ablegen, bis wir endlich zur Ruhe, und an den ewigen Tag kom­men, da alle Plage und Beschwerung aufhören wird. Ich danke dir von Herzen für all das Gute, das ich diesen Tag von deiner Hand empfangen habe. Ach Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit, die du an mir täglich thust. Ich danke dir für die Abwen­dung des Bösen, das mir diesen Tag begegiM können, und daß du mich unter deinem Schirm des Höchsten und Schatten des Allmächtigen bedecket, und behütet hast vor allem Unglück, und vor schweren Sünden, und bitte herzlich und kindlich, vergieb mir alle meine Sünden, die ich diesen Tag begangen habe, mit Ge­danken, Worten und Werken. Viel Böses habe ich