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Gerst in leidenschaftlichem, aber gedämpftem Tone, daß ihr es wagt, mich in dem Hause meines Freun­des zu beleidigen, habt ihr keinen Respect vor meiner Person und meinem Amte? "Wer ich bin," rief das Weib mit zornrothem Angesicht, aber ebenfalls in ge­dämpftem Tone:Ich bin des seligen Matthes Lind vom Tiefenweg eheliche, nachgelassene Wittib; und ich Barbara Lindin sage euch, habe allen Respect vor un­rein Amte, das von Gott geordnet ist, vor euch selbst aber habe ich weniger Respect, denn vor dem Schinder­kaspar, der hinter dem Teufelslustgärtchen wohnt; denn der schindet, was todt ist, ihr aber schindet Christen­menschen bei lebendigem Leib und nennt euch dazu einen Herrn Rath. Pfui, sag' ich, über solch Otterngezüchte! Pfui, sag' ich noch einmal in meinem Namen, wenn ihr's hören wollt, und noch einmal pfui in Gottes Namen!"

Die alte Lindin war im besten Zuge, kein gutes Haar an dem Gerst zu lassen; denn das war ihre schwächste Seite, daß sie nicht schweigen konnte, wenn es galt, ein Unrecht zu strafen, oder einen Freund zu vertheidigen.Denn," sagte sie,eifern ist gut, weuu's immerdar geschieht um'S Gute." Zum Glücke für ihren Gegner, der sich nicht mehr zu helfen wußte, rief der Herr Rath Laupus ihn an sein Bette, und er ergriff bald die erste Gelegenheit, sich aus der Krankenstube zu entfernen, nicht ohne einen Blick der Rache auf die alte Lindin geworfen zu haben, den diese standhaft aus­hielt und treulich erwiederte.

Heute war der Racheengel dem Gerst in Gestalt der alten Lindin genaht, möchte sein Gewissen bald er­wachen und er uns in anderem Lichte erscheinen, wenn

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