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sey ein alt, bös Weibsbild; kannst Recht haben und mein Heiland muß Geduld mit mir haben, wenn's zum Himmel mit mir eingeht; aber der muß noch kommen, der mir nachsagt, die alte Lindin habe je einen Pfennig veruntreut oder einen Bisten unverdienten Brods gegessen. — Geht getrost heim, Herr Justus, und fürchtet euch nicht, der starke und eifrige Gott, dem ihr ge- dienet von Kind auf, der lebt noch und wird bei euch seyn, der Wagen Gottes viel tausend mal tausend um euch her. Eilt heim, sag' ich, Justus, damit die Euren sich nicht euretwegen bresten; grüßt Weib und Kind von mir, und nehmt meinem Herzblatt, der Selma,. dieß Kreuzlein von Bernstein mit, daß sie mein dabei gedenke und dessen, der sein Blut am Kreuz vergossen hat für uns arme Sünder» Der hat noch viel bösere Widersacher gehabt, denn ihr, und hat sie doch überwunden.
So wahr Gott lebt und seine Verheißung ja und amen ist, der Gerst kommt noch zu euch wie einst Judas, der Verräther, mit dem Bekenntniß: „Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe."
141. Die Versuchung.
Jahre sind indessen hingegangen, und um die Pfingstzeit, die so lieblich ist auf diesen Bergen, kehren wir wieder einmal ein im Haufe des Schulmeister Justus. Noch finden wir die lieben Menschen alle vereint, aber doch ist's nicht ganz wie ehemals. Die Kinder sind herangewachsen: Heinrich zu einem stattlichen Burschen, die Töchter zu blühenden Mädchen, und still und in sich gekehrt, sitzt Selma in einer Ecke

