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faltete sie schweigend ihre Hände; ihr Herz betete, und dem Todtfeind war verziehen. Und ihre Hände Pflegten sein, und ihr Auge wachte über ihm bei Tag und bei Nacht, und von ihr empfing er Speise und Labung.
So gingen drei Tage hin. Am dritten des Morgens stand Dorothe wieder am Bette des Kranken, und reichte ihm eine Stärkung; da schlug er zum ersten Male die Augen auf, seufzte tief, als erwache er aus schwerem Traum, blickte forschend in's Angesicht seiner Wärterin, und fragte in leisem Tone: „Wo bin ich?" „Im Schulhaus zum Veitsberg," war Dorothe's Antwort. „Und wer sepd ihr, gute Frau, die ihr mich so sorgsam Pfleget? In lichten Augenblicken meiner Krankheit habe ich euch allezeit helfend und theilneh- mend an meinem Bette gesehen. Auch Thränen waren manchmal in euren Augen; ihr müßt es recht wohl mit mir meinen; sagt mir, wer seyd ihr?" „Ich bin Dorothe, des Schulmeisters Justus Eheweib," gab sie ruhig zur Antwort.
Auf dieß Wort schloß sich schnell das Auge des Kranken; mit einer raschen Bewegung faßte er sein Haupt, ließ eben so schnell die Hand wieder sinken, warf einen ängstlich-scheuen Blick auf seine Pflegerin, und stöhnte dann aus dem tiefsten Herzen. Der Anblick dieses inneren Kampfes war zu fürchterlich und Dorothe entfernte sich schnell aus der Stube.,
Während dieses ganzen Tages hörte man den Kranken oft seufzen; schweigend und mit niedergeschlagenen Augen nahm & alle Pflege an. Am nächsten Morgen aber schien sein Herz gebrochen zu seyn; er rief den Justus und sein Weib an sein Lager; er that

