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Nachdem die Leich -Ceremsnke zu Ende ist, liest ein Bramin dem Sohne oder dem allernächsten Anverwandten des Verstorbenen die Tr'auergeseHe vor. Diese Trauervorschristen bestehen darin, daß man wahrend den ersten zehn Tagen, die auf das Leichbegangniß folgen, keinen Betel kaue,*) den Kopf gar nicht parfümiere, noch das Kleid wechsle. Ueberdies geben diese TraucrgeseHe dem Sohne oder dem nächsten Verwandten des Verblichenen die gemessene Vorschrift, alle Mo- nathe, ein ganzes volles Jahr hindurch, ein Leichenfest zu halten, und an den Fuß des Grabmahles, ober an das Ufer des Flusses bethen zu gehen, wo man die Asche des Verstorbenen hingeleget hat.
Bey dem Tode eines indiankfchen Fürsten scheren sich alle seine Unterthanen die Haare vom Kopfe und den Bart ab. Dieß ist das allergrößte Merkmahl der Trauer und des Schmerzens, das sie nur immet zu geben im Stande find..
*) Betel (Bethel) ist eine Gattung Tobacks - Pflanze, deren Blatter die Indier kauen. Diese Blatter und zugleich auch aus Meermuscheln gebrannten Kalk haben sie beynahe immer im Munde, um denselben rein, und das Zahnfleisch roth zu erhalten. Aenßerst cckelhast aber ist es, dass sich die Vornehmen den Betel von ihrer Dienerschaft vorkauen lassen.

