42
Keuschheit verpflichtet; ttnb sie legen dieses Gelüöd al* sogleich ab, sobald sie nur in den Orden der Lamas ein treten. Sollte etwa einer von ihnen mit einem Frauenzimmer ertappet werden; so wurde seine Unenthalt- samkeit gleich an der Stelle hart und streng gestraset.
Die Gewohnheit bringt es mit sich, daß man einem solchen pflichtvergessenen und eidbrüchigen Lama den Hals mit einem erhitzten Eisen durchbohret, und durch die Oeffnung eine sehr lange Kette durchzieht. In diesem höchst traurigen Aufzuge und Zustande führet und begleitet man ihn ganz nackend seine lange Kette auf der Erde hinter sich nachschteppend in allen Gassen der Stadt herum. Ja, die Strenge dieses Gesetzes ist so groß, daß es demjenigen, welcher zu dieserStrase ver- rrrtheilet ist, nicht einmahl erlaubet, seine Kette mit der Hand zu unterstützen, um sich doch auf solche Art die Schwere und Last derselben in etwas zu verringern.
Die Chineser haben auch Klosterfrauen, die nach dem Muster der Bonzen in einer erbaulichen Strenge ihr Leben zubringen. Sie lassen sich die Haare vom Kopfe abscheren, beobachten das Gesetz der Ehelosigkeit und wohnen in Gemeinschaft.
Tempel in China.
Die Tempel der Chineser zeigen vollkommen und in <tum (Bkütf'en das Bild der Größe und Majestät. Die Tempel, in denen sich die Männer versammeln, sind für das Frauenvolk geschloffen, und so im Gegencheile, Dreß fordert die den Chinesern angeborne Ehrbarkeit; denn sogar in jedem Hanfe wohnen bepde Geschlechter

