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46. Der Tempel war von vielen andern Gebäuden um- -geben, in welchen die Priester und Leviten wohnten, welche eben den Opferdienst und die Geschäfte im Tempel zu besorgen hatten, und wo auch die Schristgelehrten dem Volke das Gesetz erklärten.
47. Am dritten Tage fanden die besorgten Ältern Jesum im Tempel. Einen Tag brachten sie mit der Abreise von Jerusalem bis zur ersten Nachtherberge zu, den zweiten mit der Zurückreise, und am dritten fanden sie ihn.
48. Als ihn da die bekümmerten Ältern erblickten, waren sie über sein Zurückbleiben ganz erstaunt, und seine Mutter sprach zu ihm mit mütterlicher Zärtlichkeit und besorgter Liebe: Mein Sohn! warum bist du ohne unser Wissen hier zurückgeblieben, und hast uns so großes Herzeleid verursachet? Denn sie wusste wohl, dass Jesus eine wichtige Ursache haben müßte, dass er so gehandelt habe.
49. Warum habet ihr mich so ängstlich gesuchet? Seid ihr denn nicht gleich aus den Gedanken gekommen, dass ich, wenn ich nicht bei euch bin, bei meinem himmlischen Vater in seinem Hause, in dem Orte seiner Anbetung, im Tempel sein mühe?
50. Sie verstanden diese Rede noch nicht, weil sie von der hohen Bestimmung und von der göttlichen Würde Jesu noch keine vollkommene Kenntnis hatten.
51. Jesus war seiner Mutter und seinem Nährvater als Knabe und Jüngling jederzeit gehorsam, und unterstützte sie mit kindlicher Liebe bei ihren häuslichen Arbeiten.
Maria überdachte und bewarte alle Worte Jesu in ihrem Herzen, auch wenn sie dieselben nicht gleich ganz verstand. Sie hoffte dieselben einmal klarer einzusehen, und ffe hoffte nicht umsonst.
52. Jesus nahm seiner menschlichen Natur nach zu, so wie an Alter, also auch an Weisheit. Er ließ als Mensch von Zeit zu Zeit immer größere Weisheit blicken, und erwarb sich, um nach menschlicher Vorstellung zu reden, durch seinen tugendhaften und heiligen Lebenswandel immer mehr das Wohlge-

