reichend gewesen wären. Wenn gleich Jesus aus ihr Begehren ein Wunder am Himmel gewirkt hätte, ihr boshaftes Herz hätte er doch nicht bekehret, und bloß um ihre Neugierde zu befriedigen, wollte er kein Wunder wirken.
II. Jesus vertheidigte seine Ehre, weil er derselben bedurfte, um die Menschen von seiner göttlichen Sendung und Würde, und von der Wahrheit und Göttlichkeit seiner beseligenden Religion zu überzeugen, und ihr Vertrauen zu gewinnen. Er sagte: Kein Reich und keine Gemeinde kann lange bestehen, wenn darin Uneinigkeit herrschet.
18. Wenn nun nach euren verleumderischen Reden der Oberste der Teufel durch mich die andern Teufel austreibet, so streiten ja die bösen Geister selbst gegen einander; wie kann da ihr Reich bestehen, muß nicht dasselbe dadurch zerstöret werden?
19. Und wenn ich durch die Macht des Obersten der Teufel die Besessenen befreie, durch wessen Macht thun dieß diejenigen unter euch, welche herumgehen, und vorgeben, dass fie durch ihre Beschwörungen die Teufel vertreiben? — Weil diese zuweilen durch ganz natürliche Mittel Krankheiten, die man dem bösen Geiste zuschrieb, heilten, so glaubte man, dass sie die Macht hätten, Teufel zu vertreiben. Diese vermeinten Beschwörer heißen Kinder, Söhne, d. i. Schüler der Pharisäer, weil sie zur Sekte der Pharisäer gehörten, unter welchen der größte Aberglaube herrschte. — Das werdet ihr doch nicht zugeben, dass diese durch Hilfe eines mächtigeren Teufels die Teufel austreiben? Warum und mit welchem Rechte behauptet ihr nun das von mir? Daher werden selbst diese euer liebloses und ungerechtes Urtheil gegen mich verdammen» und euch beim letzten Gerichte wegen eueres Unglaubens für strafwürdig erklären müßen.
20. Wenn ich nun durch göttliche Macht die Teufel austreibe, so muß der Messias schon gekommen sein, und sein Reich angefangen haben; denn wer von Gott die Macht hat, die bösen Geister aus den Besessenen auszutreiben, muß wahrhaft der göttliche Messias sein, für den er sich ausgibt.

