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und die Emporkirchen steigen müssen. Dem abzuhelfen brach man von außen über der Schwanitz'schen Gruft, deren nur 3 Ellen hohe Mauer man bis unter das Dach emporführte, eine Thür, durch welche nun die Mannspersonen auf Chor und Emporkirchen gehn. Außen legte man einen hölzernen Derschlag und eine Treppe an, wie ungefähr es noch jetzt ist. Auch 1717 machte man mehre Verbesserungen in der Kirche, man baute das Chor, und 1754 wurde die Empor­kirche über dem Altäre gebaut, welche der herrschaftliche Förster Joh. Christoph Zimmer, nebst dem Chore und den alten Emporkirchen auf seine Kosten anstreichen ließ. Die neue Emporkirche, entlang des herrschaftlichen Betstübchens, ließen 1785 mit Genehmigung der Kircheninspection 21 Wirthe auf ihre Unkosten erbauen und weil sie das Chor zugleich neu machen und mahlen ließen, so wurden ihnen die Stände erblich verschrieben, nur daß bei Erledigung derselben von den Erben das Lösegeld bezahlt werden sollte.

Altar und Kanzel. 1756 kaufte man aus dem Kir­chenvermögen den Altar und die Kanzel in Wittgendorf für 25Thlr. Der Transport und die Aufstellung in hiesige Kirche kosteten 15 Thlr. Schon 1754 halte man die alte Kanzel über den Altar gefetzt. Vorher gelangte der Predi­ger durch eine Thür, welche sich noch in der Sacriftei be­findet , auf die Kanzel, die über sich das Fenster der Do­mestiken-Loge hatte.

Orgel. Die Kirche war bis 1734 ohne Orgel. Hr. Gottlob Thomä, Handelsherr in Löbau, ein Freund der damaligen Herrschaft, schenkte der Kirche eine Orgel, welche den Ostermontag 1734 zum ersten Male gespielt wurde. Diese stand bis 1754, wo man in Ebersbach die in dasiger Kirche befindliche Orgel kaufte. Die Ausgabe wurde durch freiwillige Beiträge der Herrschaft und der Gemeine bestrit­ten. Die Kirche gab 10 Thlr. Diese ist noch jetzt unsere Orgel. Durch Diebe wurde sie vier Mal ihrer Pfeifen be­raubt. Außerdem hat der Zahn der Zeit sie so benagt, daß selbst eine kostspielige Reparatur nichts Erträgliches mehr aus ihr machen würde.

Taufstein. 1705, als der Appellationsrath v. d. Sahla Beyersdorf gekauft hatte, beschenkte er die Kirche mit einem neuen Taufsteine, welcher 18 Thlr. kostete. Den Taufstein, welchen wir gegenwärtig haben, schenkte 1746 Joh.. Gottlob Schlenker. Der Taufstein wurde 6. d. Esto- mihi mit einer Predigt eingeweiht und d. 31. März empfing der Sohn des Hrn. Schlenker, Joh. Fn'edr. Aug., darüber die Taufe. Das zinnerne Taufbecken trägt die Aufschrift: Das Blut Christi machet uns rein von unsrer Sünde. 1657."

Altar-Leuchter. Die 2 zinnernen großen Altar- Leuchter schenkte 1704 Frau v. Grünroth geb. v. Schlei­nitz nebst einem sammtenen Klingelbeutel und Meßgewande.

Vasa sacra. Unser silberner Abendmahlskelch ist ein schönes alterthümliches Gefäß. Die Umschrift am Fuße lau­tet möglichst treu copirt:

lento tialich Manan getr -o lioltela gen? slowe wolirelanej titomo jaavtlen

Eine Specification des Kircheninventariums vom 15. Dec 1709 und unterschrieben vom Sup. Schneider undP. Hausse, sagt über diesen Kelch,daß ihn vor Zeiten einer von Adel, des Geschlechts von Nostitz, der Kirche verehret, und daß der Fuß etwas schadhaft sei." Seit 1709 bis 1830 war im fortwährenden Gebrauche der Fuß noch schadhafter ge­worden. Um den ehrwürdigen Kelch zu erhalten, wurde zur Jubelfeier 1830 der Fuß, mit möglichster Schonung der Form, so weit es sein mußte, erneuert.

Die silberne Hostienschachtel von getriebener Arbeit, ohne Schrift, schenkte ein Rittmeister v. Rabenau auf Lauba. Der silberne Hostienteller ist ein Geschenk des Hans Nikol v. Schwanitz auf Niederbeyersdorf mit dem Schwanitz'schen Wappen, der Jahrzahl 1653 und den Buchstaben 8. IV. V. 8. Die übrigen heiligen Gefäße übergehend, will ich nur noch erwähnen, daß die zinnerne Oblatenschachtel, auf deren Deckel ein Crucisix ist, a. 1800 von Joh. Christian Winkler, Häusler und Weber im O. D. geschenkt wurde. Alle früher da gewesenen Altarbekleidungen waren Geschenke von Gemeindegliedern oder den Herrschaften.

Thurmuhr. (Abschrift.) Zu wissen sei hiermit, daß die Herrschaft zu Nieder - Beyersdorf eine Schlaguhr auf die Kirche allhier geschenkct, auch die Herrschaften beiderseits Verordnung gethan, daß dem Schulmeister allhier von dem Werke, dasselbe richtig zu stellen, jährlich 3 Thlr. zu geben, nämlich I THlr. auf Johannis vom Ober-Hofe; 1 Thlr. auf

Michaelis vom Niederhofe zu geben verspricht. Den dritten Thlr. aber auf Weihnachten, welchen die Gemeine geben und in den Gerichten allhier zu Beyersdorf oblegen soll, weil auch dabei geschlossen werden, daß alle Tage um 12 Uhr soll Mittag gelautet werden, ist solches von allen Theilen gewil- liget worden, auch zu mehrer Versicherung dem Schulmei­ster dieser Zettel eingehändiget und mir beiderseits gestrengen Herrschaften Unterschrift bekräftiget worden. Geschehen am Feste Weihnachten a. 1683.

Hans Caspar v. Rechenberg. Joachim Albrecht v. Ziegler

und Kliphausen.

Sämmtlkche Gerichten zu Ober- und Nieder-Beyersdorf.

Glocken. Die ersten Glocken haben in dem Thürm- chen gehangen, welches auf dem Dache der Kirche sitzt. Es sind ihrer vor Zeiten drei da gewesen. Jetzt haben wir de­ren zwei. Die sonstige große Glocke ist gegenwärtig unsere kleinere. Ihre Umschrift heißt: Asmus von Rechenberg, Grunther. Br. rsius Schuster und Gerge Gene

DI8ER ZEIT KlRCHVAETKR ALHIE LISEN MICH DURCH MeRTN HlLLGER G1SEN AO. MDUXXXXIII.

Die sonstige zweite Glocke, der Größe nach, mit der Umschrift: Verbum domini nianet in aeternum 1574, ist 1817 zersprungen. Man nahm die Masse zu Hilfe für den Guß einer neuen Glocke, welche nun unsere größere ist. Dieselbe wurde den 30. Oct. 1817 festlich empfangen und aufgehangen. Auf ihr liest man Folgendes: Oben: Vivos voco . Mortuos plango . fulgura frango. Nach der Abend­seite : Sub Collatore Joanne Georgio de Weynhardt, et Pastoribus Joanne Godofredo Kuoblochio emerito et Jo­anne Augusto Steglichio haec campanula aenea sumtibus coetus Beyersdorlensis instaurata et amplificata est in memoriam festi sacrorum per Lutherum ante tria saecula purgatorum anno aerae christianae MDCCCXVII. Nach Osten: I)eus O. M. nobis onmibus faveat nostrorumque saluti felicitatique semper prospiciat. Gegossen von Briedrich Gruhl in Kleinwelka. Die kleinste der ehe­maligen 3 Glocken hatte keine Schrift; man bediente sich ih­rer längst nicht mehr, weshalb sie vor einer Reihe von Jahren von den Kirchvätern verkauft wurde. Die Glocken hängen in einem hölzernen, über den Eingang der Kirche gebauten Glockenhause. Knopf und Fahne wurden 1729 neu gemacht. 1792 sagt eine Nachricht des P. Knobloch: dieß Jahr ist der schadhafte Thurm ganz neu, Knopf, Stern und Fahne, alles von verrostetem Blech, abgenom­men, durch Freigebigkeit des Collators Hrn. I. G. v. Wein­hart von Kupfer verfertiget und vergoldet den 7. Novmbr. durch den Zimmermann und jetzigen Kirchvater Stoß wieder aufgesetzet worden.

Kirchhof. Der Kirchhof war vormals mit einer Mauer eingefriedigt, welche ein Schindelndach trug. Auf der Vorder­seite, nahe der Schule bildete ein überwölbtes Thor; östlich der Kirche eine Pforte den Eingang. 1813 wurde diese Mauer abgetragen, der Kirchhof erweitert und mit einer Fichten­pflanzung eingehegt. Er bietet durch seine Unregelmäßigkeit einen nicht so freundlichen Anblick, als der Ort sollte, wo unsre Tobten ruhen.

Bereits der 1805 verstorbene Herr v. Weinhart wollte den Bau einer neuen Kirche bewirken. 1817, als die dritte Feier des Reformations-Jubelfestes ein sehr günstiger Zeit­punkt zu sein schien, brachte Herr I. G. A. v. Weinhart die Angelegenheit des Kirchenbaues wieder in Anregung. Die Ausführung war auch damals noch nicht möglich. Seit einem Jahre hat, man aufs Neue an den Bau gedacht und man bereitet sich darauf vor.

Kirchcnvermögen nebst milden Stiftungen.

Die älteste der vorhandenen Rechnungen über das Kir­chenvermögen ist vom Jahre 1658. Das Rechnungswesen erfreute sich damals einer kindlichen Einfachheit. Die Ab­legung der Rechnung fand im Kretscham Statt. Man lebte dabei luxuriös, denn es wurden im vorhergehenden Jahre 6 Gr. verzehrt. Der Pfarrer als Rechnungsführer wurde mit 11 Gr. 6 Pf. besoldet. Die beiden Kirchväter hatten jährlich 15 Gr. Gehalt. Doch empfingen sie ihn nicht baar, sondern sie hatten ein Darlehn von 16 Florins unverzinslich bekommen, welches, wenn sie abdankten oder starben, an die neuen Kirchväter überwiesen werden mußte. Das Kir­chenvermögen betrug a. 1661: 934 Fl. 5 Gr. 8 Pf. a. 1704 war es gestiegen bis 1945 £1. 10 Gr. 5 Pf., a. 1706: 2252 Fl. 1 Gr. 3 Pf., a. 1778: 2018 Thlr. 15 Gr. 3 Pf.,

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