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aufgegangen und sich erhänget. Die Pfarrwohnung ist dar­auf zu einem Schulhause bestimmt worden, weil zu selbiger Zeit noch kein Schulmeister da gewesen. Damit aber nun künftig die Pfarrherrn von den Schulmeister-Verrichtungen möchten befreit sein, so sind die Herrschaften schlüssig gewor­den, einen gewissen und ordentlichen Schulmeister zu setzen, der auch zugleich das leere Pfarrhaus des entleibten Conrad hat beziehen müssen. Dem folgenden Pastor aber ist ein neu Pfarrhaus erbauet worden, welches bis jetzo bewohnt wird." So weit hier Dietmann. Conrad hat den 30. Decbr. 1657 noch eine Taufe in's Kirchenbuch eingetragen. Das Erste, was von seines Nachfolgers Hand sich im Kirchenbuche fin­det, ist vom 5. Octbr. 1658. Demnach wird Conrads Tod Anfang des Jahres 1658 erfolgt sein. Seine Frau hieß Catharina und lebte nach seinem Lode noch einige Zeit hier. Sechs seiner Kinder hat er selbst in das Kirchenbuch einge­tragen; des siebenten, dessen Anblick ihn mit solchem Ent­setzen erfüllt haben soll, daß er sich sofort erhing, hat sein Nachfolger keine Erwähnung gethan.

13) Jacob Wenzeslaus Stecher. 16581670. Er verheirathete sich den 8. Octbr. 1659 mit Jgfr. Dorothea, Balthasar Böhmes, sel. Bürgers zu Bauzen Tochter. Er starb 1670. Das Kirchenbuch sagt:ao. 1670 den 3 April, war der Grün-Donnerstag, starb der Wohlehrwürdige, Wohl­achtbare und Wohl-gelahrte Hr. Jac. Wenz. Stecher, treu- gewesener Pa«t. und Seelsorger allhie, in die 12 Jaar, wel­cher einen säuern Dienst hier müssen ausstehen, in maße mir solches selbst genugsam bekannt. .Und ist kein Zweifel, es werde ihm Christus allbereil die Krone der Ehre aufgesetzet haben. aetatls «uae 39 et quod exurrit anno conjugii 11." Stecher war längre Zeit krank, schon im Febr. hielt er, wie erwähnt ist, Krankheit halber, eine Leichen­predigt auf seiner Stube. Er hinterließ die Wittwe mit ei­ner Tochter. Der Wittwe geschieht 1689 noch Erwähnung in einem Erkenntniß des Leipziger Schdppenstuhls, worin ihr in Sachen des Christian Schwanitzischen Creditwesens 19 Thlr. 3 Gr. 11^ Pf. für den Decem zugesprochen werden, die sie, wenn sie bis 1695 gelebt hat, vielleicht noch erhal­ten hat.

14) Johann Eusebius Gudeborn 16701690. Er war geboren d. 29. Juli 1638 zu Kottmarsdorf, der Sohn des Valentin Gudeborn, ehemaligen Pastors zu Beyersdorf und damaliger Zeit Pastors zu Kottmarsdorf. Die Mutter war Frau Euphrosyna geb. Hirschoff. Er hatte nicht we­niger als 35 Pathen. Als Candidat war Joh. Euseb. Gu- deb. Hauslehrer in Dehsa. In seinem 32. Jahre erhielt er das hiesige Pfarramt. Er verehelichte sich den 26. Septbr. 1671 mit Jgfr. Rosine, der hinterlaßnen Tochter Heinrich Frenzels, gewes. Pf. zu Cunaw und Halbau im Fürstenthume Sagan*). Dieß Mädchen lebte mit seiner Mutter, Fr. Be­nigne geb. Richter in Nieder-Ullersdorf im Sorauischen. Gudeborns Hochzeit wurde hier auf dem damals Ziegler'schen Hofe gefeiert. Es wurden ihm 8 Kinder geboren. Er war ein Mann mit einigen Sonderbarkeiten, aber gutmüthig, harmlos und verzeihend. Seine Frau und seine Kinder liebte er zärtlich. Für seine Seit war er ein gebildeter, wenn auch etwas schwülstiger Redner. Auch mochte er hübsche Kennt­nisse in Humanioribus haben. Nach Dietmann soll erein ingvnium poeticum" besessen und Verschiednes in Druck ge­geben haben, unter AnderemConcionem inauguralem, d. t. christadliche Investitur", oder Laufpredigt a. 1687 auf dem Oberhofe gehalten. Jngleichen des Helden Jephta schmerz­liche Jammerklage und die darauf erfolgte tröstliche Ant-

*) Dieses wackern Mannes sei hier mit einigen Worten ge­dacht. Er war ein um seines evangel. Glaubens willen schwer geprüfter Dulder. In dem Schles. Kirchdorfs Cunau, wo schon 1525 nach Luther'scher Art gepredigt wurde» war er seit 1645 Pfarrer. Eingepfarrt war das Städtchen Halbau. 1666 wur­den im Sagan'scben die evangelischen Kirchen weggenommen. Die Commission, welche zur Wegnahme der Kirche verordnet war, kam d. 20. März 1668 daselbst an. Frenzel bat vergebens um einigen Aufschub; er mußte binnen 48 Stunden das Land verlas­sen , ohne seine Habe mitnehmen zu dürfen. Die Cunau'sche Ge­meinde legte nun ihren Gottesdienst nach Halbau, auf Lausitzer Boden. Der Gottesdienst wurde unter einer großen Linde gehal­ten» bis man später eine Kirche baute. Doch wurden die Lu­theraner auch da noch vielfach von den Katholiken gedrückt. Fren­zel wurde der erste Prediger an der genannten Kirche, zog aber bald nach Ullersdorf bei Sorau. Müllers Reformations - Ge­schichte der Lausitz p. 589.

wortssage bei Absterben Herrn 51. Christoph Lehmanns, Su- perintendentes zu Bischofswerda innigft geliebter Tochter. Budissin, im Jahr:

Wie sein 5IVIseI,1gcs I-eben

Der AVtor gern aVff WoLt geben.

Auf einige lateinische oder deutsche Verse kam es ihm, sogar in Geschäftsbriefen, nicht an. Mühselig durfte er sein Leben in der That nennen. Und davon hatte er einen Theil der Ursache den Herren von Ziegler und Klipphausen, die er so viel gefeiert hatte und mit denen er stets fein säu­berlich umsprang, zuzuschreiben. In den 17 Jahren, wäh­rend welcher diese Nieder-Beyersdorf besaßen, bekam er von ihnen, statt der ihm baar zukommenden Besoldung, Einiges abschlägig in geringen Naturalien. Man hielt ihn mit Ver­tröstungen hin und machte dann Mehres streitig. Endlich, kurz vor seinem Tode empfing er auf seine Forderungen 103 Thlr. 1 Gr., das Uebrige ist wohl verloren gegangen. In dieser Angelegenheit schreibt Gudeborn 1690 nach Stol- pen an den Amtsadvocat Jäckel, nachdem er vorher im Briefe die Noth der Kirche geschildert hatte:ich vor meine elende Person, indem mich Gott nun fast ein ganzes Jahr an einander auf einem schweren Siechbette hält, Hab auch das meine ganz und gar verzehret und bin noch darüber in Schulden gerathen, daß solcher Gestalt mir unmöglich fällt, das Recht wider solche Leute zu führen. Wollen sie es auf ihr Gewissen behalten, so nehmen sie es hin, Gott wird es schon richten. Das tägliche Seufzen meiner und meiner 9 unerzogenen Kinder wird ihnen schwer genug werden.Es wollte der wohlselige Herr (Wolf Rudolph) v. Ziegler noch kurz vor seinem Ende Richtigkeit mit mir treffen, schickte auch dannenhcro seinen Verwalter zu mir und befahl mir, die Specification aufzusetzen und ihm einhändigen zu lassen. Ob ich nun zwar damals bald fertig damit war und selbige dem Herrn Verwalter einhändigtc, der sie auch alsbald zu überbringcn versprach, siehe, so geschah's doch leider, daß er sse 3 Tage lang im Schubsacke vergaß, und, da er sie übergeben wollte, da war er schon zu schwach worden und alle Kräfte ganz und gar hinweg, daß gar nicht mehr zu handeln war; mußte Alles wieder zurücknehmen. Die Hrn. Erben haben zwar mich unterschiedlich zu zahlen, so schrift­lich als mündlich versprochen, aber nie nichts gehalten u. s. w."

Ein und ein halbes Jahr lag Gudeborn krank danieder und großes Elend war in seinem Hause. Endlich am 15. Nov. 1690 in einem Alter von 52 Jahren 15 Wochen 4 Tage starb er und hinterließ der Wittwe nichts als 8 unveriorgte Kin­der, von denen das jüngste im dritten Jahre stand.

15) 51. Johann Christoph Luther, 16911697. Durch seinen Nameu, seine Individualität und seine Schicksale er­regt dieser Mann Aufmerksamkeit. Er wurde den 7. Juli 1664 zu Görlitz geboren, und war ein Nachkomme Jacob Luthers, des Bruders vr. Martin Luthers. Es mögen fol­gende ihn betreffende genealogische Nachrichten hier eine Stelle- sinden *). Ein Bruder llr. Martin Luthers unter seinen

12 Geschwistern war: Jacob Luther, das vierte Kind seiner Aeltcrn. Er war Bürger und Bergmann zu Mannsfeld und zeugte mit seiner Frau, deren Name unbekannt ist, 4 Söhne, von denen der jüngste 51. Hans Luther, Pastor und Decan zu Limbach (bei Chemnitz?) einen Sohn hinterließ (unter 4 Kindern) Namens Christoph Luther. Dieser war Bürger und Schuhmacherältester in Görlitz und hatte zur Frau: Rosine, geb. Huckauf. Mit dieser zeugte er 2 Söhne, von denen der ältere, Andreas Luther, als Cantor in Merseburg 1729 ohne Erben starb; der zweite war 51. Johann Chri­stoph Luther, geb. d. 7. Juli 1664 zu Görlitz, welcher in Beyersdorf Pastor wurde und als Past. zu Lissa 1737 starb. Seine erste Frau Johanne, geb. Manitius, des Pastors Tochter zu Rennersdorf; sie starb 1726. Er hei- rathete 1727 die Tochter des Gräfl. Consistorial-Actuanus zu Sorau, Namens Christiane Dorothea geb. Beer. Aus der crstern Ehe hatte er 2 Kinder, von denen das älteste, eine Tochter, im 11. Jahre starb, und einen Sohn, Jo­hannes Samuel geb. in Beyersdorf d. 28. Nov. 1692, welcher zuletzt als Advokat in Schmiedeberg bei Wittenberg war, und mit seiner Ehefrau, Magdalena geb. Groin, der Toch­ter eines Mahlers aus Schmiedeberg, einen Sohn zeugte, der Gottlob Samuel hieß, geb. 1731 und in Wittenberg

*) Ich verdanke sie der Gefälligkeit des Hrn. Past. C. G. Berger zu Lissa, dessen sel. Bater, ebendas. Pastor, sie aus den am Reformationsfeste 1817 erschienenen Schriften zog und in das dasige Pfarrarchiv niederlegte.